Wie man Gold am besten in Sicherheit bringt

Sockenlade, Banksafe oder doch der Tresor in der Wand? Ein Investment in physisches Gold endet nicht mit dem Kauf von Münzen oder Barren. Anleger brauchen auch eine Strategie zur Lagerung des glänzenden Metalls.

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(c) BilderBox (BilderBox.com / Erwin Wodicka)

Wien. Gold erfreut sich weiter großer Beliebtheit bei den Anlegern und wächst über seine Rolle als reines Kriseninvestment hinaus. Es „kann sich angesichts des allgemeinen Marktoptimismus weiterhin erstaunlich gut behaupten“, heißt es in einer aktuellen Analyse der Commerzbank. Zu Wochenbeginn näherte sich der Goldpreis der Marke von 1700 US-Dollar (1238 Euro) je Feinunze. Inflationsbereinigt liegt das bisherige Hoch von 1980 bei 2300 Dollar – es scheint also noch nicht zu spät zu sein für einen Einstieg. Doch wer sein Geld in physische Edelmetalle anlegen will, und seien es auch nur ein paar tausend Euro, muss sich auch Gedanken über die Aufbewahrung machen: ein Schließfach in der Bank oder doch lieber ein Tresor zu Hause? „Die Presse“ beleuchtet die Möglichkeiten.

• Die klassische Variante ist die Aufbewahrung bei der Bank. Edelmetalle lagert man in einem Safefach, das sich vor allem preislich vom Sparbuchschließfach unterscheidet. Die Jahresmiete für den kleinsten Safe beträgt bei der Bank Austria beispielsweise 64,10 Euro, bei der Erste Bank 56,61 Euro. Dazu können Einmalgebühren kommen. Und Zusatzgebühren für die Versicherung: So ist ein Goldbarren mit einem Kilo Gewicht derzeit fast 40.000 Euro wert, in der Jahresmiete bei der Erste Bank ist allerdings nur eine Versicherungssumme von bis zu 4000 Euro inkludiert. Bei den übrigen Banken ist es noch weniger. Bei der Oberbank etwa kostet eine Versicherungssumme von 90.000 Euro 66 Euro im Jahr. Der Vorteil des Banksafes: Man hat keine Anschaffungskosten wie beim Einbau eines Safes zu Hause. Man gibt das Gold ab und muss sich nicht mehr darum kümmern. Zudem fällt die Angst vor Einbrüchen weg. Das Bankschließfach hat allerdings den Nachteil, dass man auf sein Gold nicht jederzeit zugreifen kann, sondern in der Regel nur zu den regulären Banköffnungszeiten. Außerdem besteht Ausweispflicht.
• Wer seine Edelmetalle zum Beispiel im Wiener Palais Coburg lagert, kann mit Schlüssel, Code und Karte rund um die Uhr darauf zugreifen – sieben Tage die Woche. Das hat allerdings seinen Preis: Die Jahresmiete beträgt zwischen 300 und 600 Euro, dafür ist eine Versicherungssumme von bis zu 35.000 Euro inkludiert. Ähnlich bei „Das Safe“ in der Wiener Auerspergstraße. Die Jahresmiete für den kleinsten Safe beträgt 330 Euro, die Versicherung deckt bis zu 36.000 Euro ab. Die Besonderheit: Für einen Aufpreis kann man auch völlig anonym einen Safe bekommen (ab 420 Euro).
• Wer sein Gold lieber niemandem anvertraut, sollte sich einen Safe für zu Hause zulegen – schon deshalb, weil die Haushaltsversicherung dann für höhere Summen aufkommt, als wenn man das Gold einfach zu den Socken räumt. So haftet die Generali Versicherung beispielsweise im Basisschutz für 10.000 Euro, wenn man das Gold in einem Möbelstück aufbewahrt, aber für bis zu 25.000 Euro bei Lagerung im Safe nach EU-Norm. Mit höheren Prämien lässt sich der Schutz um bis zu 100.000 Euro ausweiten. Bei der Firma Wertheim bekommt man einen Heimsafe mit dem niedrigsten EU-Sicherheitsstandard ab 600 Euro – allerdings lässt sich dieser in der Regel nur bis zu 65.000 versichern. Mit der Sicherheitsstufe erhöht sich sowohl der Versicherungsschutz als auch der Preis. Auch mit Alarmanlage lassen sich die versicherten Summen erhöhen (die Firma beruft sich dabei auf international übliche Richtwerte).
• Wer sein Gold zu Hause oder an einem anderen privaten Ort aufbewahrt, darf nicht vergessen, dass sich der Wert des Edelmetalls ständig ändert – im Idealfall nach oben. Die Versicherungssumme des letzten Jahres könnte aktuell nicht mehr ausreichen. Es lohnt sich auch, Rechnungen und Fotos des Goldes separat aufzubewahren, damit es im Ernstfall keine Probleme mit der Versicherung gibt. Wer sein Gold in den Safes von Goldhändlern wie Pro Aurum oder VG Edelmetalle aufbewahrt, ist immer voll versichert (die Prämien steigen mit dem Goldpreis). Bei Händlern kann man in der Regel aber nur Gold lagern, das man auch dort gekauft hat.
• In jedem Fall ist es sinnvoll, die Menge an Gold und den Ort, an dem man es lagert, geheim zu halten. Zum einen, um die Gefahr eines Einbruchs so gering wie möglich zu halten. Und zum anderen, um sich im Fall des Falles nicht erpressbar zu machen. Deshalb sollte man das Versteck des Goldschatzes zu Hause oder etwaige Zugangscodes zum Schließfach auch der Familie und engen Freunden nicht verraten.


Fazit: Streuung minimiert nicht nur bei Investments das Risiko. Auch bei der Lagerung zahlt es sich aus zu diversifizieren. Teure Safes rechnen sich aber erst ab einer größeren Menge an Edelmetall. Bei der Versicherung gilt es stets, den Goldpreis im Auge zu behalten. Wenn der Wert des Depots steigt, muss man auch den Versicherungsschutz erhöhen.

Was Sie beachten sollten bei... Goldlagerung

Tipp 1

Lagerung. Gold ist dank der hohen Wertdichte leicht lagerbar. Ein Ein-Kilo-Barren (fast 40.000 Euro) hat gerade mal die Größe eines iPhones. Größere Mengen irgendwo in der Wohnung zu verstecken, ist allerdings zu unsicher. Banken bieten günstige Safes. Größere Mengen kann man bei anderen Tresoranbietern oder im Goldlager von Edelmetallhändlern unterbringen. Wer sein Gold zu Hause haben will, sollte sich einen Tresor zulegen.

Tipp 2

Versicherung. Die richtige Versicherung für sein Golddepot zu finden, ist fast so schwer wie den richtigen Einstiegskurs für den Kauf zu bestimmen. Bei Banken deckt die reguläre Safemiete nicht mehr als 4000 Euro ab, in der Regel weniger. Zusatzversicherungen sollten großzügig angelegt sein, da sich der Wert des Golddepots mit der Entwicklung des Goldpreises verändert. Zu Hause ist der Versicherungsschutz im Tresor am höchsten.

Tipp 3

Streuung. So wie man bei Investments nie auf nur eine Karte setzen sollte, so kann man auch die Lagerung von Edelmetallen streuen. Eine Strategie, die sich freilich erst ab einem gewissen Investmentvolumen wirklich auszahlt. Manche Goldanleger trauen den Banken und den Regierungen nicht sehr weit über den Weg, weshalb sie ihr Metall außerhalb Österreichs und der EU lagern. Andere mauern ihr Metall ein oder vergraben es (tief) im Garten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2011)

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