Ölkonzession als Dank für Sturz Gaddafis

Libyen belohnt jene Länder, die gegen den früheren Diktator auftraten, mit Öl. Italien, der bisher größte ausländische Investor im Land, ist der Verlierer. Die OMV bereitet derzeit ihren Wiedereinstieg in Libyen vor.

Symbolbild
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(c) EPA (Wei Leung)

Wien/Es/Bloomberg. In Libyen wird die neue politische Führung bei der Vergabe von Konzessionen zur Ölförderung berücksichtigen, welche Staaten dabei geholfen haben, den früheren Machthaber Muammar al-Gaddafi zu stürzen. Dabei könnte Italien, der bisher größte ausländische Investor in Libyen, das Nachsehen haben.

Weltweit belegt Libyen bei den nachgewiesenen Ölreserven mit mehr als 46 Milliarden Barrel Öl Rang neun. Libysches Öl ist wegen seines niedrigen Schwefelgehalts sehr geschätzt.

Ali Tarhouni, im libyschen Übergangsrat für die Finanzen zuständiger Minister, sprach in Washington davon, dass sein Land „den Freunden“ zu Dank verpflichtet sei. Als befreundete Nationen, in deren Schuld man stehe, nannte er in absteigender Reihenfolge: Frankreich, die USA, Großbritannien und Italien.

Frankreich hatte bei den Vereinten Nationen darauf gedrängt, Luftschläge gegen Gaddafis Truppen zuzulassen. USA und Großbritannien schlossen sich an.

OMV bereitet Wiedereinstieg vor

Italiens Position als größter ausländischer Investor im Energiesektor Libyens steht somit auf dem Spiel. Neben Italiens Ölkonzern Eni – in Libyen seit 1959 aktiv – sind unter anderem Exxon und BP in Libyen engagiert.
Die OMV, seit 1975 in Libyen präsent und mit 25 Prozent an den libyschen Anlagen von Occidental Petrolium beteiligt, sieht jedoch keinen Grund zur Sorge: „Wir gehen fest davon aus, dass die bestehenden Verträge auch in Zukunft Bestand haben werden“, sagte Alexandra Seidl, Pressesprecherin der OMV, am Montag. Die OMV hatte ihre Mitarbeiter in Libyen zu Beginn der politischen Unruhen Anfang 2011 evakuiert und bereitet derzeit ihren Wiedereinstieg in Libyen vor.

Die tägliche Ölförderung in Libyen hat mittlerweile mehr als eine Million Barrel erreicht.

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