Bilanz

Franken-Kredite: Das Ende einer Spekulation

Kolumne Die Stadt Wien hat ihre milliardenschwere Währungsspekulation beendet und alle Franken-Kredite in Euro konvertiert. Niederösterreich sitzt noch auf einer Milliarde Franken-Schulden.

Wien hat bereits alle Franken-Kredite konvertiert.
Wien hat bereits alle Franken-Kredite konvertiert.
Wien hat bereits alle Franken-Kredite konvertiert. – APA/HERBERT NEUBAUER

Wien ist jetzt seine Franken-Kredite los: Ende April ist die letzte Franken-Schuld in Euro konvertiert worden. Das ist eine gute Nachricht. Denn ein Fremdwährungskredit ist technisch gesehen eine Spekulation auf künftige Zinsen und Währungskurse. Eine wilde dazu: Nichts ist schwieriger vorherzusagen als Devisenkurse. Solche Wetten auf künftige Währungsentwicklungen gelten deshalb auch als hohe Schule der Spekulation, von der Amateure die Finger lassen sollten. Amateure auf diesem glatten Parkett sind selbstverständlich auch Landesfinanzreferenten, auch wenn sie das selbst nicht so sehen.
Wiens Noch-Finanzstadträtin, Renate Brauner, hat in ihrer Amtszeit weiß Gott genug angestellt und die Schulden der Stadt Wien auf historische Hochstände explodieren lassen. Aber den Ausstieg aus den Franken-Krediten muss man ihr zugutehalten. Es ist ein Signal dafür, dass auch Politiker niemand daran hindern kann, gescheiter zu werden. Vor drei Jahren, als die Aufhebung der Eurobindung der Schweizer Währung die privaten und öffentlichen Franken-Kreditnehmer in Panik stürzte, klang es noch ganz anders: Der Kurs der Schweizer Währung sei egal, weil man solche Kredite ja in alle Ewigkeit „rollieren“ könne, hatte Brauner verkündet. Und der Bürgermeister hatte „Ein Kredit kann nie im Leben Spekulation sein“ gebrummt.

Das ist drin:

  • 3 Minuten
  • 535 Wörter
  • 1 Bild

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen