Kinderarbeit aus dem Depot werfen

Atomenergie? Waffenfirmen? Kinderarbeit? Ein neues Tool ermöglicht es Anlegern, die Strategie der Fonds zu durchleuchten, in die sie investieren. Wirklich grün sind nur sehr wenige.

Tesla: Bei grünen Technologien ganz vorne dabei, aber dank der Kobalt-Lieferkette nicht frei von Berührungen mit Kinderarbeit.
Tesla: Bei grünen Technologien ganz vorne dabei, aber dank der Kobalt-Lieferkette nicht frei von Berührungen mit Kinderarbeit.
Tesla: Bei grünen Technologien ganz vorne dabei, aber dank der Kobalt-Lieferkette nicht frei von Berührungen mit Kinderarbeit. – REUTERS

So genannte „nachhaltige“ Investments sind ja nichts Neues. Aber wie nachhaltig sind die Fonds und ETFs, die in unseren Portfolios gelandet sind, eigentlich? Und wie unterscheiden sie sich nach Themengebieten? Wie ist das mit Kinderarbeit, Atomenergie und Waffenindustrie? Wer investiert noch in Kohle, wer in Zukunftstechnologien? Das Wiener Start-up ESGplus hat ein Tool erstellt, mit dem man fast 3000 in Österreich erhältliche Fonds einfach durchleuchten kann: „cleanvest.org.“

Erfasst sind dabei nicht nur Fonds, die sich selbst das Lable „nachhaltig“ anheften, sondern alle Formen von Anlageprodukten, die auf Aktien aufbauen. „Wir sehen darin eine Entscheidungsgrundlage für den Endkunden“, sagt Armand Colard, CEO und Mitbegründer von ESGplus.

Die Firma ist ein Spin-Off der Finanzabteilung der Tierschutzorganisation WWF. Das Tool versucht aber so neutral wie möglich zu sein. Es wird nicht moralisiert. „Wir sagen dem User nicht, was er anklicken soll“, so Colard. Wer will, kann Cleanvest auch benutzen, um die in Österreich angebotenen Fonds einfach nach Rendite zu ordnen. Schon das bringt eine Transparenz, wie wir sie bisher kaum kannten. Aber wirklich interessant wird die Einteilung nach Nachhaltigkeits-Kriterien.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen