Blinder Richter: „Kein Unterschied zu Sehenden“

Können Blinde in juristischen Berufen reüssieren? Das wird oft bezweifelt. Dabei gibt es schon Erfolgsgeschichten.

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Von links: Harald Perl, Gerhard Höllerer (beide: BVwG), Justizminister Wolfgang Brandstetter, Kurt Wratzfeld (fwp), Lena Reichmuth (Moderatorin), Michael Fembek (Zero Project, Essl Foundation). – (c) feel image - FotografieFotos: Felicitas Matern

Wien. Ein Wahlplakat, das so aufgestellt war, dass es das Blindenleitsystem verstellt hat. Weshalb er auf dem Weg zur Arbeit prompt darüber gestolpert ist. Das ist das Einzige, was Gerhard Höllerer spontan zu der Frage einfällt, mit welchen Barrieren er in seinem Berufsalltag konfrontiert ist. Höllerer ist Richter am Bundesverwaltungsgericht (BVwG). Und blind. Bei einem Round Table in der Wiener Anwaltskanzlei fwp ging es genau darum: um die Perspektiven blinder Menschen in der Rechtsbranche. Übrigens schon zum zweiten Mal – vor gut einem halben Jahr hielt der US-Amerikaner Richard Bernstein in derselben Kanzlei einen beeindruckenden Vortrag. Bernstein, ebenfalls blind, ist Richter am Michigan Supreme Court. Der Grundtenor damals wie heute: Richter zu sein, ist ein Beruf, bei dem es auf anderes ankommt als auf die Sehkraft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2017)

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