Exchef von Agrokor droht die U-Haft

Ivica Todorić soll in London untergetaucht sein.

Zagreb. In der Affäre um Bilanzfälschung beim überschuldeten kroatischen Konzern Agrokor, in der 15 frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder beschuldigt werden, muss nur der Eigentümer und frühere Chef Ivica Todorić in die U-Haft – wenn er einmal zurück nach Kroatien kommt. Todorić, der sich in London befinden soll, hat dafür drei Tage Zeit, ehe nach ihm gefahndet wird, berichteten die Medien.

Das Zagreber Landesgericht verhängte die U-Haft gegen Todorić am Mittwochabend und begründete dies mit der Gefahr möglicher Zeugenbeeinflussung. Andere Mitbeschuldigte, darunter auch seine beiden Söhne, können hingegen das Verfahren auf freiem Fuß abwarten. Zwölf Beschuldigte, die bei einer groß angelegten Polizeiaktion am Montag festgenommen wurden, wurden am späten Abend wieder freigelassen.

 

15 Beschuldigte

Den früheren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern werden Untreue und Bilanzfälschung vorgeworfen. Sie sollen Todorić zu einem gesetzeswidrigen Vorteil von umgerechnet fast 150 Mio. Euro verholfen haben. Die Staatsanwaltschaft forderte die U-Haft für alle 15 Beschuldigten, weil sie eine Einflussnahme auf die Zeugen befürchtet.

Laut Medienberichten soll das frühere Vorstandsmitglied Mislav Galić, der bei den Razzien am Montag ebenfalls festgenommen wurde, den Ermittlern Dokumente vorgelegt haben, die Todorić belasten. Daraus soll ersichtlich sein, dass Todorić alle finanziellen Entscheidungen getroffen habe. Der Unternehmer und seine Söhne konnten bei den Razzien an ihrer Zagreber Adresse nicht gefunden werden, alle drei befinden sich im Ausland. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2017)

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