Viele Fragen um die Entlassung des Wiener Kunstuni-Professors

Was darf ein Arbeitgeber über die Entlassung eines Mitarbeiters sagen, der seine Position „gröblich missbraucht hat“? Eigentlich nichts.

Professor an der Universität für Musik und Darstellende Kunst entlassen
Professor an der Universität für Musik und Darstellende Kunst entlassen
Professor an der Universität für Musik und Darstellende Kunst entlassen – (c) mdw/Michael Maritsch

Wien. Vergangene Woche entließ Ulrike Sych, die Rektorin der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst (Mdw), einen Professor. Er unterrichtete dort seit 2009 eine Cello-Klasse. Gleichzeitig ist der Musiker Mitglied der Philharmoniker und als solches bei der Wiener Staatsoper angestellt. Über die genauen Gründe, die zur Entlassung führten, wollte man sich an der Mdw nicht äußern, nur dass der Musiker „seine Stellung als Universitätsprofessor gröblich missbraucht hat“, hieß es in einem offiziellen Statement.

Ob Studierende sexuell missbraucht wurden, wie in Medien zu lesen war, dazu wollen die Anwälte der Mdw nichts sagen. Nur: „Es hat mehrere Fälle des Missbrauchs gegeben, die verschiedene Studierende betroffen haben. Jeder einzelne wäre für sich für eine Entlassung ausreichend gewesen. Mehr können wir zum Schutz der Betroffenen nicht sagen“, sagt Christoph Wolf.

Nur wenige Tage nach der Entlassung einigte sich Staatsoperndirektor Dominique Meyer mit besagtem Cellisten einvernehmlich bis auf weiters auf eine Dienstfreistellung. „Inwiefern die Entlassungsgründe an der Musikuniversität auch für die Staatsoper relevant sind, sei noch zu klären“, sagte der Sprecher des Hauses. Doch genau das wird gar nicht so leicht sein. Denn der Fall wirft rechtlich einige Fragen auf.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2018)

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