Über 200.000 Autobesitzer wollen VW in Deutschland klagen

Kunden mit Dieselauto können sich seit Ende November in das Klageregister eintragen. Mit einer Musterfeststellungsklage soll geklärt werden, ob Schadenersatzansprüche zustehen.

Volkswagen AG Headquarters As Pollution Scandal Spreads
Volkswagen AG Headquarters As Pollution Scandal Spreads
Bloomberg

Mehr als 200.000 Besitzer von VW-Dieselfahrzeugen der Marken VW, Audi, Skoda oder Seat wollen sich der Musterfeststellungsklage des deutschen Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) anschließen. Bis Donnerstagabend hätten sich mehr als 212.000 Bürger in das Klageregister beim Bundesamt für Justiz eingetragen, sagte ein Behördensprecher am Freitag den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Vom Abgasskandal betroffene VW-Kunden können sich seit dem 27. November der Musterfeststellungsklage des vzbv und des ADAC gegen den Autobauer anschließen. Mit dieser Klage wollen die Verbände geklärt wissen, ob Verbrauchern mit vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeugen der Marken des Wolfsburger Konzerns Schadenersatzansprüche zustehen.

333 Mio. Euro für Diesel-Nachrüstung

Indessen wurden bekannt, dass das deutsche Verkehrsministerium ab 1. Jänner zunächst 333 Mio. Euro für Hardware-Nachrüstungen bei Handwerker- und Lieferfahrzeugen bereitstellt. Das bereits angekündigte Förderprogramm ist Teil eines Maßnahmenpakets der deutschen Regierung, um den Schadstoffausstoß in Städten zu senken.In vielen Gemeinden und Städten werden Grenzwerte überschritten, in mehreren drohen nach Gerichtsurteilen Fahrverbote für ältere Dieselautos.

Die Nachrüstung der Lieferfahrzeuge ist laut dem Ministerium weniger komplex als bei Pkws, weil es weniger Modellvarianten gebe und oft mehr Bauraum vorhanden sei. Bei den Hardware-Nachrüstungen von Pkws hatte es lange Streit mit den Herstellern um eine Mitfinanzierung gegeben. Es dürfte noch Monate dauern, bis in besonders belasteten Städten die geplanten Umbauten bei Pkw starten können. Die Kosten für eine Hardware-Nachrüstung betragen bei leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen 4.000 bis 8.000 Euro pro Wagen, bei schweren Fahrzeugen bei 6.000 bis 12.000 Euro, wie das Ministerium mitteilte.

(APA/AFP/dpa)

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