Boehringer Ingelheim investiert 700 Millionen Euro in Wien

Es ist die bisher größte Einzelinvestition des deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim: In Wien wird bis 2021 eine neue Zellkultur-Produktionsanlage errichtet.

Boehringer Ingelheim investiert groß in Wien
Boehringer Ingelheim investiert groß in Wien
Boehringer Ingelheim investiert groß in Wien – FOLTIN Jindrich / WB

Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim investiert in Wien rund 700 Millionen Euro für eine neue Biotech-Produktionsanlage, in der Arzneimittelwirkstoffe auf der Basis genveränderter Zellen produziert werden sollen. "Das ist die bisher größte Einzelinvestition unseres Unternehmens", sagte dazu der Chef des Boehringer Regional Center Vienna (RCV), Philipp von Lattorff, gegenüber der APA.

"Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort Wien und ein klares Bekenntnis zur biopharmazeutischen Forschung und Produktion durch Boehringer Ingelheim (BI; Anm.) weltweit", fügte Lattorff hinzu. Man werde in Wien mit der neuen Anlage die Produktionskapazitäten verdoppeln. Derzeit mache BI mit Biological-Auftragsproduktionen bereits einen Jahresumsatz zwischen 500 und 600 Millionen Euro. Man erwarte sich eine deutliche Zunahme in den kommenden Jahren.

Derzeit werden in Wien bereits rund 25 Biopharmazeutika aus Mikroorganismen produziert. Es sind unternehmenseigene Entwicklungen und onkologische Präparate. Darüber hinaus produziert Boehringer Ingelheim in Wien weitere Medikamente im Auftrag anderer Konzerne zur Behandlung von Krebs, Hepatitis C, Multipler Sklerose, Osteoporose, Wachstumsstörungen und Gelenksrheuma (chronische Polyarthritis). Insgesamt zählen rund 15 der internationalen Top-20-Pharmakonzernen zum Kundenstamm von Boehringer Ingelheim.

Die Entscheidung für Wien war offenbar nicht ganz leicht. "Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen von vier Standorten", sagte Lattorff. Schließlich hätte man sich gegen eine Investition auf sogenannter grüner Wiese entschieden. "Wien ist ein starker Standort. Die Stadt Wien unterstützt uns", sagte der RCV-Chef. Darüber hinaus setze auch die Forschungsförderung entsprechende Signale.

In der neuen Zellkultur-Produktionsanlage soll aber 2021 gearbeitet werden. "Wir planen, zunächst eigene Produkte für Boehringer Ingelheim herzustellen." Bei Erfolg soll dann der Ausbau für Lohnproduktion erfolgen.

(APA)

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