Kompromiss wendet Pleite von Alitalia ab

Management und Gewerkschaften erzielten nach stundenlangen Verhandlungen einen Kompromiss. Die Parteien einigten sich auf acht statt 20 Prozent weniger Gehalt und weniger Stellenstreichungen.

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Einigung auf Sanierungsplan – EPA

Die Pleite der schwer angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist in letzter Minute abgewendet worden. Management und Gewerkschaften erzielten am Freitagmorgen nach stundenlangen Verhandlungen eine Einigung, die der Airline eine finanzielle Atempause verschaffen soll.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sieht ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen soll. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf.

Banken hätten Umschuldung verhindert

Der Kompromiss, der durch die italienische Regierung vermittelt wurde, sieht nun laut Nachrichtenagentur ANSA vor, dass die Gehälter um durchschnittlich acht statt 30 Prozent gekürzt und 980 statt fast 1400 der 12.500 Beschäftigten entlassen werden. In der kommenden Woche sollen die Mitarbeiter noch über den ausgehandelten Kompromiss in einem Referendum abstimmen. "Das ist die bestmögliche Lösung angesichts der Krise des Unternehmens", sagte der Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, dem Radiosender RAI.

Alitalias Anteilseigner, darunter die Bank-Austria-Mutter UniCredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben.

Die Fluggesellschaft hat vor allem mit Billigfliegern zu kämpfen, die in den vergangenen Jahren massiv auf den italienischen Markt gedrängt waren. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für Etihad bisher als teures Zuschussgeschäft - ähnlich wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

(APA/dpa)

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