Riesenandrang auf Beschäftigungsbonus mit Schönheitsfehler

Allein in den ersten Wochen suchten 2900 Unternehmer um einen Beschäftigungsbonus an. Fixe Zusage für eine Förderung gibt es aber keine, es fehlt noch der Sanktus der EU.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Es war einer der letzten gemeinsamen Deals der rot-schwarzen Koalition. Ende Juni hatten sich die Regierungsparteien nach langem Hängen und Würgen zum Beschäftigungsbonus durchgerungen. Seit 1. Juli ist die Regelung in Kraft. Unternehmen, die neue Arbeitsplätze schaffen, bekommen vom Bund die Hälfte der Lohnnebenkosten bezahlt. Die Förderung soll bis 2023 laufen und zwei Milliarden Euro kosten. Davon sollen 30.000 Unternehmen profitieren, insgesamt sollen 150.000 neue Jobs geschaffen werden.

Die Initiative stieß bereits in den ersten Wochen auf großes Echo in der heimischen Unternehmerschaft. Allein auf der Website www.beschaeftigungsbonus.at wurden 25.000 Userzugriffe registriert, heißt es beim Austria Wirtschaftsservice (AWS). Dort werden die Anträge abgewickelt. Seit 1. Juli seien 2900 Anträge eingebracht worden. 422 davon sind bereits erledigt. Mit anderen Worten: Die Aktion wird von den Unternehmen euphorisch angenommen. Und hinter jedem der 422 Anträge steckt mindestens ein Job, der seit 1. Juli geschaffen worden ist. Einziges Problem: Eine fixe Zusage, ob die Unternehmen 50 Prozent der Lohnnebenkosten tatsächlich refundiert bekommen, gibt es nicht.

Das ist drin:

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2017)

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