Lada-Hersteller Avtovaz steicht wegen Krise mehr als 8000 Jobs

Der krisengeschüttelte Autobauer Avtovaz - Hersteller der Traditionsmarke Lada und Marktführer in Russland - setzt seinen Sparkurs fort.

Schließen
DIETHELM Verena / WB

Der krisengeschüttelte russische Autobauer Avtovaz setzt seinen Sparkurs mit massiven Umstrukturierungen fort. Unklar blieb aber, ob der Konzern erneut in großem Umfang Stellen streichen wird. Bis 2018 sollen mehr als 8.000 Mitarbeiter gekündigt werden, wie der Vertreter von Präsident Wladimir Putin im Föderationsbezirk Wolga, Michail Babitsch, am Montag in Moskau unter Berufung auf Avtovaz sagte.

Der Konzern hingegen teilte mit, es seien keine klassischen Kündigungen geplant, doch sollten in den kommenden zwei Jahren mehrere tausend Arbeiter in einen neuen Industriepark wechseln.

Avtovaz ist der Hersteller der Traditionsmarke Lada und Marktführer in Russland, kontrolliert wird das Unternehmen vom staatlichen Technologiekonzern Rostec sowie Renault-Nissan. Bereits in den letzten Jahren hatte der Konzern mit Sitz in Togliatti an der Wolga seine Mitarbeiterzahl von rund 100.000 auf etwa 40.000 reduziert, wie Industrieminister Denis Manturow früher gesagt hatte. Weitere "Optimierungspläne" hätten nur kosmetischen Charakter, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Präsidentenvertreter Babitsch sprach indes von einer Kürzung von 6.000 Stellen in diesem Jahr sowie von 2.200 im kommenden Jahr. "Uns ist sehr wichtig, dass die sozialen Garantien (...) eingehalten werden", sagte Babitsch Agenturen zufolge. Die Betroffenen müssten die Möglichkeit zur Umschulung und neue, gut bezahlte Jobs bekommen.

Avtovaz hatte bereits im Februar angekündigt, heuer 740 Stellen zu streichen. Derzeit gebe es keine Pläne, diese Zahl zu erhöhen, teilte der Konzern als Reaktion auf Babitsch mit. Vorstandsvorsitzender Sergej Skworzow räumte der Agentur Tass zufolge aber ein, der Autobauer sei mit den Behörden über mögliche Subventionen für die Personalkosten im Gespräch.

Zugleich würden weiter Mitarbeiter pensioniert und es werde ein Programm umgesetzt zur Unterstützung des Personals, das zu anderen Arbeitgebern wechseln solle, hieß es aus Togliatti. Zuletzt seien bereits 800 Mitarbeiter zu einem neuen Industriepark versetzt worden. "Das Unternehmen plant eine stabile Entwicklung dieses Projekts, in den kommenden zwei Jahren sollen mehrere Tausend Menschen in neue Jobs wechseln." Der Industriepark gehöre zu Avtovaz, Details zur Struktur oder konkrete Zahlen nannte der Konzern aber nicht.

Erst im Jänner hatte Avtovaz-Chef Nicolas Maure der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Dieses Jahr sind keine harten Maßnahmen geplant." Er hatte aber angedeutet, dass Mitarbeiter in andere Bereiche oder zu Partnerfirmen vermittelt werden könnten. Auch jetzt sagte Maure Interfax zufolge, es gebe an manchen Stellen zu viel und an anderen, etwa bei Zulieferern, zu wenig Personal. Der Konzern müsse darauf flexibel reagieren.

Avtovaz hatte seit Beginn der russischen Absatzkrise 2012 immer weniger Fahrzeuge verkauft sowie 2015 und 2016 Milliardenverluste verbucht. Seit Jahresbeginn zeichnet sich aber eine Trendwende auf dem Markt ab: Mit rund 140.000 Fahrzeugen verkaufte Lada 13 Prozent mehr Autos als im ersten Halbjahr 2016. Zum Jahr 2018 will der Konzern wieder schwarze Zahlen schreiben.

(APA/dpa)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Lada-Hersteller Avtovaz steicht wegen Krise mehr als 8000 Jobs

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.