Die Firma von morgen - der größte Strukturumbruch seit 50 Jahren

"Das Unternehmen der Zukunft baut nicht mehr auf Quartalserträgen auf, sondern richtet den Blick auf Renditechancen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren", heißt es in einer Studie der Managementberatung Bain.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) imago/Westend61 (Kniel Synnatzschke)

Digitale Analysen, neue technische Möglichkeiten und Geschäftsmodelle fließen immer mehr in den Arbeitsalltag ein. Für Arbeitgeber wie -nehmer ist das eine große Herausforderung. Geht es nach der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company wird es in den nächsten Jahren so starke Veränderungen geben, wie schon seit 50 Jahren nicht.

Ein Schritt in diese Richtung ist der Einsatz von neuesten Technologien, welche zum Beispiel Kundenwünsche schneller und genauer erkennen und so Firmen entsprechend reagieren können. Auch kleine Unternehmen haben durch diese Technologien Möglichkeiten ihre Größennachteile über Online-Plattformen und entsprechende Auslagerungen auszugleichen.

Netzwerke auf mehreren Beinen

Für alle im Büroleben stehenden Arbeitnehmer gehören Begriffe wie Sharing, Allianzen, Kooperationen und virtuelle Teams bereits zum digitalen Alltag. Selbstorganisiert arbeiten und eigenständig Entscheidungen treffen verringert die Kommunikationswege und erhöht die Geschwindigkeit. Daran wird sich nichts verändern. Doch die stetige Verankerung dieser Methoden könnte auf längere Sicht Arbeitsplätze im mittleren Management überflüssig machen. Und mit ihm das klassische Karrierebild der "Leiter nach oben".

Die verbleibenden Führungskräfte hätten dann frei für den Blick auf eine effiziente Verwaltung und Mitarbeiter-Coaching. Weiters soll es mehr gewinnbringende Partnerschaften mit anderen Firmen geben. Auch eine Verdichtung der Firmengeflechte wird von Bain vorausgesagt. Doch "für ein erfolgreiches Vorankommen reicht ein Unternehmens-Motor allein künftig nicht mehr aus", betont Bain-Deutschland-Chef Walter Sinn. Er spricht davon zwei Ansätze parallel zu verfolgen; die konventionelle Weiterführung des bestehenden Geschäfts und zusätzlich einen kreativen, mutigen Sprung ins kalte Wasser zu wagen.

Auf Projekte gesetzt

Das zukünftige Augenmerk der Investoren wird sich nicht rein auf Unternehmen richten, sondern gezielt auf einzelne Projekte der Firmen. Dadurch werden die Grenzen zwischen Eigen- und Fremdkapital zunehmend verschwimmen. Ein weiterer Effekt sei laut Bain eine größere Bandbreite an Investoren sowie Investitionsformen.

"Das Unternehmen der Zukunft baut nicht mehr auf Quartalserträgen auf, sondern richtet den Blick auf Renditechancen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren", heiß es in der Studie,  um das Ganze in Schwung zu halten werden bekannte Firmen-Erfolgsrezepte weiterhin Gültigkeit behalten, doch die Umsetzung von dahin führenden Strategien wird sich radikal verändern.

Eine der größten Herausforderungen für Firmen in der Zukunft wird die Anpassungsfähigkeit sein. "Je besser und je schneller sich ein Unternehmen anpassen kann, desto erfolgreicher wird es sein", ist sich der Bain-Chef Sinn sicher.

(jupo)

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