Google hat Steuern in Milliardenhöhe vermieden

Der US-Internetkonzern hat im Jahr 2016 Milliarden von den Niederlanden auf die Bermudainseln transferiert. Dadurch soll das Unternehmen seine Steuerzahlungen massiv reduziert haben.

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Google nutzt zwei Konstrukte zum Steuerschonen.
Google nutzt zwei Konstrukte zum Steuerschonen. – APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

Der US-Internetriese Google hat einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge durch Überweisungen von den Niederlanden auf die Bermudainseln Steuern in Milliardenhöhe vermieden. Google habe im Jahr 2016 insgesamt 15,9 Mrd. Euro an eine Briefkastenfirma in dem britischen Überseegebiet transferiert, so Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Dokumente der niederländischen Behörden.

Google nutzte dabei dem Bericht zufolge zwei Konstrukte, die als „Double Irish“ und „Dutch Sandwich“ bekannt sind. Dafür seien Einnahmen von einer irischen Tochtergesellschaft an eine niederländische Firma ohne Angestellte und dann an eine Briefkastenfirma auf den Bermudas überwiesen worden, die wiederum einer weiteren in Irland registrierten Firma gehöre.

Ein Google-Sprecher teilte Bloomberg zufolge mit, das im Silicon Valley beheimatete Unternehmen komme all seinen Steuerverpflichtungen nach und halte sich in jedem Land auf der Welt, in dem es tätig sei, an die jeweiligen lokal gültigen Steuergesetze.

3,1 Mrd. Euro gespart

Wie Bloomberg unter Berufung auf Dokumente der US-Finanzbehörden weiter berichtete, lag Googles effektiver Steuersatz für 2016 weltweit bei 19,3 Prozent. Demnach habe die Steuerersparnis durch die Überweisung auf die Bermudas bei 3,7 Mrd. Dollar (3,1 Mrd. Euro) gelegen. Bei Anwendung des in Irland geltenden Steuersatzes hätte der Internetkonzern demnach 2,4 Mrd. Dollar an Steuern gespart. Insgesamt sei der Betrag, den Google auf die Bermudas transferiert habe, 2016 sieben Prozent höher gewesen als im Jahr zuvor.

Irland hat das als „Double Irish“ bezeichnete Steuerschlupfloch zwar bereits im Jahr 2015 geschlossen. Firmen, die die Konstruktion nutzen, dürfen dies allerdings noch bis zum Jahr 2020 weiter machen. Google ist wie andere US-Tech-Unternehmen zunehmend in den Fokus von Regierungen gekommen, die den Firmen vorwerfen, zu wenig Steuern zu bezahlen. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2018)

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