"Unerträglicher Schmerz": 82-jähriger Luciano Benetton will seine Firma retten

Nachdem sich Luciano Benetton 2008 zurückzog, ging es mit Benetton bergab. Jetzt kehrt der italienische Unternehmer an die Spitze des Aufsichtsrats zurück.

Luciano Benetton
Luciano Benetton
Luciano Benetton im Jahr 2001: Eigentlich zog er sich 2008 aus dem Unternehmen zurück. – Clemens Fabry

Mit 82 Jahren übernimmt der italienische Großunternehmer Luciano Benetton wieder das Ruder seiner Modegruppe. Der Aufsichtsrat des norditalienischen Unternehmens ernannte ihn zum exekutiven Verwaltungsratspräsidenten anstelle des Managers Francesco Gori. Dieser bleibt als Aufsichtsratsmitglied aktiv, teilte Benetton in einer Presseaussendung am Mittwoch mit. Luciano Benetton hatte beschlossen, wieder eine Spitzenfunktion in seinem Konzern zu übernehmen, nachdem er sich vor Jahren zurückzog und die Führung einigen Managern überlassen hatte. Die Ergebnisse enttäuschten den Modeunternehmer zutiefst.

Der Modekonzern Benetton hat zuletzt schwierige Zeiten erlebt. Vor über einem Jahr war Alessandro Benetton, Sohn von Luciano Benetton, aus dem Board des Unternehmens ausgestiegen, weil er mit den Umstrukturierungsplänen für den Modekonzern, die sein Onkel Gilberto vorantreibt, nicht einverstanden war. Mehrere hundert Jobs wurden im Unternehmen, das die Konkurrenz von Textilriesen wie Zara und H&M stark zu spüren bekommen hat, gekürzt.

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„Dieses Jahr wird noch schlimmer“

"2008 hatte ich das Unternehmen mit 155 Millionen Euro Aktiva verlassen. 2016 meldete es Verluste von 81 Millionen Euro. Und dieses Jahr wird es noch schlimmer sein. Für mich ist dies ein unerträglicher Schmerz. Daher kehre ich zusammen mit meiner Schwester Giuliana zurück, die mit 80 Jahren wieder begonnen hat, Pullover zu machen", so der Unternehmer im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" im November.

Zuletzt startete die Modegruppe mit einer Umstrukturierung des Europa-Geschäfts mit Schwerpunkt Straffung des internationalen Retail-Netzes. Die Familie Benetton mischt auch mit der Infrastrukturgesellschaft Atlantia und der Raststättengesellschaft Autogrill mit.

(APA)

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