Buhlen in der IT-Branche: Milliarden-Sammelaktion für Übernahme von Qualcomm

Broadcom versucht die feindliche Übernahme des Konkurrenten Qualcom. Der ziert sich. 100 Mrd. Dollar Kapital sollen bereits von Banken bereit stehen.

FILE PHOTO: A sign on the Qualcomm campus is seen in San Diego
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REUTERS

Der Chiphersteller Broadcom hat sich einem Bericht zufolge den Großteil der Finanzierung für eine mögliche Übernahme des Wettbewerbers Qualcomm gesichert. Ein Bankenkonsortium, zu dem auch die Deutsche Bank gehöre, habe sich zur Bereitstellung von Kreditlinien von bis zu 100 Mrd. US-Dollar, umgerechnet 81,48 Mrd. Euro, bereit erklärt. Das berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) in der Nacht zum Montag.

Insgesamt habe Broadcom zwölf Banken versammelt, um den Betrag bereitzustellen. Zudem wollten mit KKR und CVC Capital Partners nun zwei weitere gewichtige Beteiligungsgesellschaften bei dem Deal mitmischen. Sie wollten zusammen mit Silver Lake, das den geplanten Qualcomm-Kauf schon länger unterstützt, sechs Mrd. Dollar in Form wandelbarer Schulden beisteuern. Silver Lake habe zuvor schon fünf Mrd. Dollar in Aussicht gestellt.

Qualcomm hält Gebot von 146 Mrd. Dollar für zu niedrig

Broadcom hat seine Offerte für Qualcomm jüngst auf 146 Mrd. US-Dollar inklusive Schulden erhöht. Doch das umworbene Unternehmen hält den Preis nach wie vor für zu niedrig. Laut dem "WSJ" sind weitere Verhandlungen Anfang dieser Woche geplant. Broadcom war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Wie teuer die mögliche Übernahme genau wird, hängt auch davon ab, ob die von Qualcomm geklappte Übernahme von NXP klappt.

Qualcomm hatte die geplante Übernahme im Oktober 2016 angekündigt und 110 Dollar je Aktie oder insgesamt 47 Mrd. Dollar ausgerufen. Doch bisher ist das Interesse der NXP-Aktionäre an einem Eigentümerwechsel sehr gering, so dass Qualcomm die Angebotsfrist bis 23. Februar verlängert hat.

Investoren glauben nicht an ein konkretes Offert

Broadcom hatte wiederum Anfang vergangener Woche angekündigt, das Angebot für Qualcomm aufzustocken. Den Qualcomm-Aktionären soll dabei 82 Dollar je Aktie - 60 Dollar davon in bar, 12 Dollar davon in Broadcom-Aktien - geboten werden.

Sollte es zu dem Offert kommen, beträgt der Baranteil bei der aktuellen Anzahl an Qualcomm-Aktien knapp 90 Mrd. Dollar. Am Markt glauben derzeit die meisten Investoren nicht, dass es zu einer konkreten Offerte kommt und diese von den Aufsichtsbehörden durchgewunken wird: Die Qualcomm-Aktie kostete zuletzt mit 64 Dollar deutlich weniger als die von Broadcom insgesamt in Aussicht gestellten 82 Dollar.

(APA/dpa)

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