Do&Co trotz scharfer Einbußen in Türkei guter Dinge

Caterer Do&Co ist von den Folgen eines Sparprogramms beim Hauptkunden Turkish Airlines betroffen. Doch der Konzern sieht sich für neue Aufgaben gut gerüstet.

Alexandra Eizinger

Die Umsatz- und Gewinnrückgänge beim börsennotierten Caterer Do&Co von Attila Dogudan wurden im dritten Quartal zwar eingebremst. Dennoch liegt der Konzern nach neun Monaten beim Umsatz (671,7 Millionen Euro) um 8,9 Prozent und beim Ergebnis nach Steuern (26,9 Millionen Euro) um 11 Prozent unter Vorjahr. Auf dem wichtigen Markt Türkei lastete die massive Lira-Abwertung, dort laufen auch Einsparungen.

Im Ausblick schreibt das Management am Donnerstag aber, dass man sich nach dem schwierigen Jahr in der Türkei (Sparmaßnahmen, Währungsverluste) für neue Aufgaben wieder gut gerüstet sieht. Aktivitäten in unterschiedlichen Sparten und Regionen ließen "zukünftig wieder erfreuliche Entwicklungen des Geschäftsverlaufs" erwarten. Das gefiel den Börsianern offenbar. In Wien notierte das Papier am Vormittag knapp 3 Prozent im Plus.

Im laufenden Jahr ist aber einiges zu verdauen, nicht nur im Türkei-Business. In der Ukraine ist der wichtigste Airlinecateringkunde abhanden gekommen. Der stieg auf Eigenverpflegung um. Damit fiel dort Umsatz weg. In Österreich geht der ÖBB-Auftrag zu Ende: Das Zugcatering läuft nur mehr bis Ende März 2018. Neben regulären Ausschreibungen für Einzelkunden ist die Gruppe zur Zeit aber wieder an mehreren bedeutenden Ausschreibungen in Wien, Madrid und insbesondere London dran, hieß es heute weiter. Da werden in den nächsten Monaten Entscheidungen angekündigt.

In Österreich etwa läuft bei der AUA (Austrian Airlines) gerade die Ausschreibung für die Bordverpflegung. Bei der AUA ist die börsennotierte Do&Co seit vielen Jahren der Vertragspartner.

Wie wichtig die Türkei für den Do&Co-Konzern zur Zeit ist, zeigt die Herkunft der Umsätze: In den ersten neun Monaten 2017/18 heuer stand die Türkei für 196,5 Millionen Euro (Vorjahreswert: 250,8 Millionen Euro) der Umsätze in der Bilanz des Wiener Do&Co-Konzerns. Weil auch der größte Teil der Kosten in Landeswährung anfällt, blieben die Margen im Türkei-Business davon weitgehend unberührt, wird hinzugefügt. Zweitwichtigster Markt ist Österreich mit 150 (154) Millionen Euro Umsatz. Von 99 auf 105,9 Millionen Euro angezogen hat heuer das Deutschland-Geschäft, auch die US-Umsätze wuchsen, von 68 auf rund 73 Millionen Euro.

Vom Gesamtumsatz des Do&Co-Konzerns mit seinen im Schnitt 9.852 Beschäftigten stammten bis Ende des 3. Quartals 2017/18 fast zwei Drittel aus der Bord/Airportverpflegung. Da sank der Umsatz um 7,3 Prozent oder knapp 35 Millionen Euro auf 441,7 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) der Hauptsparte war um 19 Prozent auf 27,3 Millionen Euro rückläufig. Im dritten Quartal gab es sogar einen Rückgang von knapp 32 Prozent.

In der Türkei ist Do&Co von den Folgen eines Sparprogramms beim Hauptkunden Turkish Airlines betroffen. Im zweiten Quartal hat der Wiener Konzern zudem 1,6 Millionen Euro auf seine Beteiligung an einer türkischen Firma (Mazlum Ambalaj) abgeschrieben, die Schalen und Verpackungen aus Alufolie herstellt, wie sie die Airlines verwenden.

Im Do&Co-Segment Event-Catering sanken die Umsätze um 20 Prozent auf 103,8 Millionen Euro - hauptsächlich weil hier im Jahr davor die Fußball-EM die Geschäfte befeuerte. Beim Sparten-Betriebsergebnis gab es hier einen Rückgang um 11 Prozent auf 7,13 Millionen Euro. Mit Restaurants, Lounges & Hotel wurden 126 Millionen Euro (minus 3,3 Prozent) umgesetzt, und hier gab es einen 27-prozentigen Gewinnanstieg auf 6,6 Millionen Euro.

Do&Co ist in Wien und Istanbul an der Börse. 32,3 Prozent des Konzerns gehören der Privatstiftung von Firmengründer Attila Dogudan, 67,69 Prozent sind Streubesitz.

Unterm Strich endeten die ersten drei Quartale für die Anteilseigner mit 19,5 (Vorjahr: 21,09) Millionen Euro Konzernergebnis. Der Gewinn je Aktie lag damit bei 2 (2,16) Euro.

(a)

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