Adidas legt die Latte höher

Nach kräftigen Umsatz- und Gewinnzuwächsen belohnt der fränkische Sportartikelkonzern Adidas seine Aktionäre mit einer deutlich höheren Dividende.

APA/dpa/Peter Kneffel

Der fränkische Sportartikelkonzern Adidas wächst kräftig und will in den nächsten Jahren noch profitabler werden. Der Betriebsgewinn der weltweiten Nummer zwei hinter Nike schnellte im vergangenen Jahr stärker als erwartet um 31 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro nach oben, die operative Marge verbesserte sich auf 9,8 von 8,6 Prozent, wie Adidas am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. Bis 2020 will Vorstandschef Kasper Rorsted die Marge auf 11,5 Prozent schrauben, im laufenden Jahr sollen es 10,3 bis 10,5 Prozent sein. "Wir erwarten qualitativ hochwertiges Wachstum mit überproportionalen Gewinnsteigerungen", sagte der Däne.

Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende für das vergangene Jahr soll um 60 Cent auf 2,60 Euro je Aktie steigen, zudem plant Adidas einen bis zu drei Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf, mit dem überschüssiges Geld an die Anteilseigner zurückgegeben werden soll. "Das ist der beste Weg, unsere Aktionäre zu bedienen", sagte Rorsted dem Fernsehsender CNBC. Den Kauf einer weiteren Sportartikelmarke schloss er aus. Die Adidas-Aktie stieg vorbörslich um 4,6 Prozent.

Adidas knackte 2017 erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro Umsatz. Das Geschäftsvolumen kletterte um 15 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro, währungsbereinigt fielen die Zuwächse mit 16 Prozent aber etwas geringer aus als erwartet. Am stärksten legte der Konzern in China und Nordamerika zu. Der Online-Umsatz schnellte um 57 Prozent nach oben. Getrieben wird das Wachstum allerdings fast ausschließlich von der Marke Adidas, die vor allem dank Laufschuhen um 18 Prozent zulegte. Das Sorgenkind Reebok wuchs währungsbereinigt nur um vier Prozent, nachdem zahlreiche eigene Läden in den USA geschlossen wurden.

Für das neue Jahr prognostiziert Adidas - Währungseffekte ausgenommen - ein Umsatzwachstum um rund zehn Prozent. Das liegt am unteren Ende der Spanne, die sich Adidas im Schnitt bis 2020 jährlich vorgenommen hat. Auch 2018 sollen Asien und Nordamerika die Zugpferde bleiben. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll stärker als der Umsatz um 13 bis 17 Prozent auf bis zu 1,68 Milliarden Euro wachsen. 2017 lag er - die Auswirkungen der US-Steuerreform herausgerechnet - bei 1,43 Milliarden Euro. Abschreibungen auf Steuergutschriften wegen der sinkenden Unternehmenssteuern kosteten Adidas 76 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,10 Milliarden Euro, ein Plus von acht Prozent. Der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made und der Eishockey-Sparte CCM Hockey brachte Adidas 254 Millionen Euro Verlust.

Bereits am Dienstagabend hatte der Aufsichtsrat grünes Licht für einen weiteren Aktienrückkauf gegeben. Vom 22. März an will Adidas bis zum Jahresende eigene Papiere für bis zu eine Milliarde Euro zurückkaufen, für weitere zwei Milliarden Euro gibt man sich bis spätestens Mai 2021 Zeit. Im Extremfall sei das Unternehmen auch bereit, Schulden zu machen, um die Papiere zu erwerben. Überwiegend soll das Geld aber aus dem operativen Geldzufluss kommen. Adidas hat mit dem ägyptischen Milliardär Nassef Sawiris und dem belgischen Investor Albert Frere (GBL) zwei anspruchsvolle Großaktionäre, die der Konzern mit Kurssteigerungen und Aktienrückkäufen ruhiggestellt hat.

(Reuters)

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