Verbund: Weniger Gewinn, mehr Dividende, Aktie hebt ab

Österreichs größter Stromkonzern, der Verbund, will die Dividende von 29 auf 42 Cent je Aktie anheben. An der Börse gibt es ein Kursfeuerwerk.

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber
Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber
Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Verbund hat 2017 aufgrund von Einmaleffekten weniger Gewinn ausgewiesen. Eine gute operative Ergebnisentwicklung und eine erfolgreiche Entschuldung schafften die Basis für eine höhere Dividende, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Vorgeschlagen wird eine Anhebung der Dividende auf 0,42 Euro je Aktie, nach 0,29 Euro je Aktie 2016.

Bei Anlegern kam diese Nachricht gut an.  Das Papier verteuerte sich am Vormittag um elf Prozent auf 24,80 Euro. Der Börsewert des Konzern liegt damit bei mehr als 8,6 Milliarden Euro, das ist so viel wie seit Herbst 2011 nicht mehr.

Das berichtete Konzernergebnis des Verbund sank im Vorjahr 29 Prozent auf 301,4 Millionen Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ging um 11,7 Prozent auf 922,3 Millionen Euro zurück. Diese Effekte resultierten vor allem aus Wertminderungen bzw. Wertaufholungen im Kraftwerksbereich, aus dem Verkauf von Anteilen an der E-Mobilitätstochter Smatrics GmbH & Co KG sowie der Bewertung einer Anteilsrückgabeverpflichtung für das Kraftwerk Jochenstein. Im EBITDA wurden 2017 positive Einmaleffekte von 22,7 Millionen Euro verzeichnet, nach 149,7 Millionen Euro 2016. Im Konzernergebnis gab es negative Einmaleffekte von 53,1 Millionen Euro, nach positiven von 98,5 Millionen Euro 2016.

Bereinigt um die Einmaleffekte stieg das EBITDA um 0,6 Prozent auf 899,7 Millionen Euro, das bereinigte Konzernergebnis erhöhte sich um 8,8 Prozent auf 354,5 Millionen Euro. Ausgewirkt hätten sich vor allem deutlich höhere Erlöse aus Flexibilitätsprodukten (vorwiegend aus dem Engpassmanagement), die thermische Restrukturierung und die Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme der vergangene Jahre. Negative Effekte kamen von der Wasserführung, den etwas niedrigeren Absatzpreisen bei der Wasserkraft-Eigenerzeugung sowie einem deutlich niedrigeren Ergebnis aus dem Netz. Der Erzeugungskoeffizient von 0,99 war gegenüber 2016 (1,00) stabil.

Die Ausschüttungsquote bezogen auf das berichtete Konzernergebnis beträgt 48,4 Prozent, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis 41,2 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 erwartet der Verbund auf Basis einer durchschnittlichen Wasserkrafterzeugung ein EBITDA von rund 850 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von rund 300 Millionen Euro. Die Ausschüttungsquote sei zwischen 40 und 45 Prozent bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis geplant, teilte der Verbund im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz mit.

 

(APA)

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