Macy's: Die Kaufhaus-Ikone versucht ihr Comeback

Im Kampf gegen Amazon schon fast abgeschrieben, hat der angeschlagene US-Shopping-Riese nun sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie reagiert mit einem Höhenflug.

FILE PHOTO: People gather at Macy's Herald Square store ahead of early opening for the Black Friday sales in Manhattan
FILE PHOTO: People gather at Macy's Herald Square store ahead of early opening for the Black Friday sales in Manhattan
REUTERS

Rund 700 Filialen, 28 Mrd. Dollar Umsatz, 170.000 Mitarbeiter: Macy's - das 1858 gegründete Unternehmen ist nicht irgendeine Kaufhaus-Kette, es ist die US-Shopping-Ikone schlechthin. Besser gesagt, sie war es. Denn in den letzten Jahren kam der Handelsriese, zu dem auch die renommierten Kaufhäuser von Bloomingsdale's gehören, in heftige Turbulenzen. 

So wie der gesamte Einzelhandel leidet auch Macy's unter dem veränderten Kaufverhalten der US-Konsumenten: Sie gehen zwar nach wie vor viel Geld aus - pro Jahr rund 450 Mrd. Dollar -, aber es fließt nicht in die Kassen der Kaufhäuser, sondern im Internet. Das machte Amazon noch größer - und zum größten Konkurrenten: in den USA ist Amazon Fashion bereits der zweitgrößte Händler für Kleidung und Accessoires nach Macy's. Und der Online-Riese möchte die Nummer eins werden.

Das ist aber noch nicht alles: Die Rabattschlachten, mit denen die traditionellen Kaufhausketten versuchen, ihre Kunden zu halten, gefallen vielen Lieferanten nicht. Vor allem solchen, wie etwa Michael Kors, die Luxus-Güter im Sortiment haben. Weshalb sie ihre Waren ausgelistet haben. Das wiederum schwächt das Angebot erst recht - eine Abwärtsspirale, die Macy's gehörig zugesetzt hat. 

Drastischer Sparkurs

Der Konzern reagierte mit einem drastischen Sparprogramm: Rund 100 Filialen wurden geschlossen, 10.000 Stellen gestrichen, der Online-Auftritt ausgebaut. Damit sollen die jährlichen Kosten rund rund 550 Mio. Dollar gesenkt werden. Außerdem übernahm im September des Vorjahres der ehemalige E-Bay-Manager Hal Lawson das Amt des Macy's-Präsidenten - von Insidern auch als Signal für einen Neuanfang gedeutet.

Möglicherweise gelingt der Neustart in bessere Zeiten ja wirklich. Das erste Quartal spricht jedenfalls dafür, der angeschlagene US-Shopping-Riese hat ein kräftiges Lebenszeichen gesendet und Anlegern Hoffnung auf ein Comeback gemacht. Der Nettogewinn sprang um 78 Prozent auf 139 Mio. Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Der Umsatz legte ebenfalls überraschend um vier Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar zu. Daraufhin hat der Konzern die Ziele für 2018 angehoben.

Die Aktie der Traditionskette mit der weltberühmten Flaggschiff-Filiale auf Manhattans Einkaufsmeile an der 34th Street machte daraufhin einen Sprung und ging mit einem Plus von 10,75 Prozent aus dem Handel an der Wall Street. Mit rund 33 Dollar erreichte das Papier den höchsten Stand seit über einem Jahr.

Aktie steigt kräftig

Macy's galt angesichts der Übermacht von Amazon als einer der größten Problemfälle und wirkte zwischenzeitlich fast schon abgeschrieben. Das Sanierungsprogramm der fast 160 Jahre alten Kette hat an der Börse jedoch wieder für neue Zuversicht gesorgt. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs bereits um über 18 Prozent gestiegen. "Es liegt Optimismus in der Luft", kommentierte Analyst Matthew Boss von der US-Bank JPMorgan die Zahlen für das Auftaktquartal. Das "Wall Street Journal" schrieb sogar von einem "Wunder an der 34th Street".

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