Chiphersteller Infineon investiert 1,6 Mrd. Euro in neue Fabrik in Villach

400 neue Jobs sollen entstehen. Das deutsche Unternehmen will 2019 mit dem Bau starten. Landeshauptmann Kaiser erwartet einen "Turbo-Boost" für Kärnten.

Unternehmen Infineon Technologies Mittwoch 07 03 2012 Der Firmensitz der Infineon Technologies AG
Unternehmen Infineon Technologies Mittwoch 07 03 2012 Der Firmensitz der Infineon Technologies AG
Infineon investiert in Kärnten – (c) imago/DeFodi (imago stock&people)

Die zweite Frohbotschaft für den Wirtschaftsstandort Österreich innerhalb weniger Wochen. Nach dem der Stahlkonzern Voestalpine vor Kurzem eine Millioneninvestition in Kapfenberg mit der Sicherung von 3000 Jobs ankündigte, hat nun der deutsche Halbleiterhersteller Infineon bekanntgegeben, dass er am österreichischen Standort in Villach einen neue Fabrik für Leistungshalbleiter errichten werde. Über einen Zeitraum von sechs Jahren sind Investitionen von rund 1,6 Mrd. Euro geplant. 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Der Baubeginn ist für das erste Halbjahr 2019 geplant, die Fertigung soll Anfang 2021 starten und 1,8 Mrd. Euro Umsatz generieren. Dies teilte Infineon-Chef Reinhard Ploss am Freitag auf einer Pressekonferenz mit.

Der Ausbau des Standorts Villach ist für Infineon die bisher größte Einzelinvestition des Konzerns. Ploss hat sich für die Investition in Kärnten auch wegen der günstigen Rahmenbedingungen entschieden, "die Forschungsförderung, die steuerlicher Natur ist, hat hier ganz klare Vorteile", sagte Ploss im ORF-"Mittagsjournal".

Villach ist im Infineon-Konzern das Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter. In Kärnten wurde die Fertigung solcher Halbleiter auf 300-Millimeter-Dünnwafern entwickelt, die dann am Standort Dresden in den vergangenen Jahren zur vollautomatisierten Volumenfertigung ausgebaut wurde. Dresden ist der größte Standort von Infineon zur Wafer-Verarbeitung und es wird erwartet, dass die dortige 300-Millimeter-Fertigung bis 2021 ausgelastet ist.

LH Kaiser erwartet "regelrechten Turbo-Boost" für Kärnten

"Wir haben heute in Villach nur eine kleine 300-Millimeter-Fertigung und diese wird nun zu einer großen Fertigung ausgebaut", sagte Ploss. "Das bringt einmal deutliche Produktivitätsfortschritte, und unsere Kunden wünschen sich, dass wir aus zwei Standorten liefern können und damit Versorgungssicherheit sichern."

Villach habe die Investition wegen der "Kombination von Kompetenz in der Spitzentechnologie Leistungshalbleiter und ganz klar attraktive Rahmenbedingungen in Österreich" bekommen, sagte die Österreich-Chefin von Infineon, Sabine Herlitschka, im "Mittagsjournal".

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sprach in einer Aussendung von einem "regelrechten Turbo-Boost" für das Bundesland Kärnten und von einer Investitionssumme, die "für Kärnten und für Österreich nicht alltäglich ist". Auch die Bundesregierung habe sich für die Investition stark eingesetzt, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). "Wir haben versucht zu überzeugen und sind froh, dass die Entscheidung jetzt für das Investment in Österreich ausgegangen ist."

Infineon ist mit einem Marktanteil von 18,5 Prozent laut den Marktforschern von IHS Markit weltweit der größte Anbieter von Leistungshalbleitern. Diese Energiesparchips steuern möglichst effizient den Stromfluss etwa in Elektroautos, Zügen, Windkraft- und Solaranlagen sowie Netzteilen für Handys, Notebooks und Rechenzentren.

(APA)

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