Autozulieferer mit 3000 Mitarbeitern sucht neuen Eigentümer

Ein Hersteller von Gelenkwellen, der Autofirmen in aller Welt beliefert, ist zu haben. Wer Interesse hat, kann sich bei der Investmentbank Rothschild melden, und sollte mit einem Kaufpreis von einer halben Milliarde Euro rechnen.

Der Automobilzulieferer IFA Rotorion aus Sachsen-Anhalt steht zum Verkauf. Die Familieneigner hätten die Investmentbank Rothschild damit beauftragt, einen Käufer für den Gelenkwellenhersteller mit einem Jahresumsatz von zuletzt 650 Millionen Euro und weltweit rund 3000 Beschäftigten zu suchen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Experten gehen davon aus, dass IFA Rotorion im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) von rund 60 Millionen Euro erzielen wird. Auf dieser Grundlage werde das Unternehmens mit rund dem Achtfachen bewertet und somit mit etwa 500 Millionen Euro, hieß es.

Die IFA Gruppe mit Sitz in Haldensleben und Niederlassungen in den USA, China und Polen beliefert Automobilhersteller weltweit. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in der Firma IFA-Gelenkwelle, die 1959 in Ostdeutschland unter staatlicher Regie durch die Fusion mehrerer Maschinenunternehmen entstand. Es wurde 1992 von der Unternehmerfamilie Nathusius gekauft. Im Jahr 2009 kaufte die IFA den Gelenkwellenhersteller Rotorion von Daimler.

Unter deutschen Automobilzulieferern hat es in den vergangen Monaten mehrere Veränderungen im Eigentümerkreis gegeben und einge stehen bevor. Unter anderem hat das chinesische Unternehmen Ningbo Jifeng angekündigt, den deutschen Zulieferer Grammer zu übernehmen. Continental denkt darüber nach, seine Antriebssparte auszugliedern und einen Teil an die Börse zu bringen, und Knorr-Bremse erwägt einen Börsengang. 

(Reuters)

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