Gerry Weber kommt nicht aus der Krise

Der deutsche Modekonzern Gerry Weber rechnet heuer im operativen Ergebnis bestenfalls mit einer Null. Auch der Umsatz bleibt deutlich unter den Erwartungen.

Der deutsche Modekonzern Gerry Weber kommt nicht aus der Krise. Das Textilunternehmen kämpft weiter mit Umsatzrückgängen und rechnet auch heuer unter dem Strich mit roten Zahlen. Vorstandschef Ralf Weber kündigte deshalb am Donnerstag den Abbau von bis zu 150 Vollzeitstellen in der Zentrale und der Logistik an.

Zuvor hatte das Unternehmen bereits hunderte von Stellen in seinen Verkaufsgeschäften abgebaut.

Neben dem Stellenabbau musste Weber auch einen kräftigen Einbruch des Nettogewinns um 94 Prozent auf nur noch 0,1 Mio. Euro bekanntgeben. An der Börse büßte die Gerry-Weber-Aktie nach der Gewinnwarnung zeitweise mehr als 11 Prozent an Wert ein, machte dann aber zumindest einen Teil der Verluste wieder wett.

Gerry Weber befinde sich in einer anhaltend schwierigen Phase, räumte Firmenchef Weber am Donnerstag ein. Angesichts des veränderten Modemarkts könne das Unternehmen nicht weitermachen wie bisher.

Bereits am Mittwochabend hatte der Konzern überraschend seine Umsatz- und Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 gesenkt. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen nun bestenfalls noch mit einer Null; aber auch ein Verlust von bis zu 10 Mio. Euro sei möglich. Unter dem Strich werde das Ergebnis noch etwas schlechter ausfallen, hieß es in Halle.

Das Modeimperium, zu dem auch die Marken Hallhuber, Taifun und Samoon gehören, kämpft seit Jahren mit Umsatzrückgängen. Abhilfe sollte zuletzt das Restrukturierungsprogramm FIT4GROWTH bringen. Doch auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 sank der Umsatz erneut um 5,4 Prozent auf knapp 405 Mio. Euro.

Die Konzernspitze will deshalb nun mit einem weiteren Maßnahmenpaket gegensteuern. Firmenchef Weber will das Unternehmen verschlanken und stärker digitalisieren. Es soll dadurch in die Lage versetzt werden, schneller auf kurzfristige Entwicklungen und modische Trends zu reagieren. In die Konzeption der Kollektionen sollen außerdem künftig verstärkt Marktforschungsergebnisse einfließen. Auch das Marketing soll verstärkt werden.

Das führt heuer zu Sonderbelastungen von rund 15 Mio. Euro. Doch hofft Weber, auf diesem Weg die Umsätze in den nächsten drei bis fünf Jahren deutlich steigern und die Kosten erheblich senken zu können.

(APA/dpa)

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