Post ersetzt Bankpartner Bawag durch deutsche FinTech

Die Österreichische Post ist bei der Suche nach einem neuen Bankpartner in Deutschland fündig geworden. Mit der FinTech Group wird ein Joint Venture gegründet.

Post-Chef Georg Pölzl holt die deutsche FinTech als Bankpartner
Post-Chef Georg Pölzl holt die deutsche FinTech als Bankpartner
Post-Chef Georg Pölzl holt die deutsche FinTech als Bankpartner – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post hat heute die Frage geklärt, wer nach Auslaufen des Vertrages mit der Bawag ab Ende 2019 Bankpartner des Unternehmens sein soll. Die Wahl fiel auf die deutsche FinTech Group AG.  Gemeinsal soll ein umfassendes Finanzdienstleistungsangebot im Post-Filialnetz geschaffen werden mit dem Ziel,  attraktive, auf die Bedürfnisse der Privatkunden zugeschnittene Bankprodukte anzubieten. Zu diesem Zweck werden die Post und FinTech ein 50/50-Joint-Venture gründen.

Die Deutschen werden  ihre seit mehr als acht Jahren erfolgreiche Niederlassung in Österreich inklusive der rund 30.000 Kunden in das Joint Venture einbringen - vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Die Joint-Venture-Gesellschaft soll nach der Erteilung einer Banklizenz Bankdienstleistungen in Österreich erbringen und in den nächsten Jahren mit einem Eigenkapital von über 200 Millionen Euro ausgestattet werden. Die Joint-Venture-Gesellschaft wird IT-Dienstleistungen von der FinTech Group AG sowie Vertriebsdienstleistungen und Infrastruktur von der Österreichischen Post beziehen.

Zur Unterstreichung der nachhaltigen Ausrichtung der Kooperation wird sich die Post zudem mit sieben Prozent  an der FinTech Group AG beteiligen und einen Sitz im Aufsichtsrat der Gesellschaft einnehmen. FinTech wird 1.225.761 neue Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Gesamtausgabebetrag von rund 35 Millionen Euro ausgeben. Diese Aktien werden von der Österreichischen Post übernommen.

Die FinTech Group AG ist eine Smart Bank mit Unternehmenssitz in Kulmbach, Deutschland. Sie bietet  innovative IT-Lösungen und - Services für Finanzdienstleister inklusive eines eigenen Kernbankensystems an, auch zählt deren eigene Retail-Marke flatex seit Jahren zu den Markt-und Innovationsführern im deutschen und österreichischen B2C-Online-Brokerage-Markt. Das Unternehmen ist börsenotiert und aktuell rund 540 Millionen Euro wert. Im Vorjahr hat FinTech 17 Millionen Euro verdient.

Die Joint-Venture-Gesellschaft wird einen Kooperationsvertrag mit der Post AG zur Nutzung deren Filial- und Vertriebsnetzes mit ihren 433 eigenbetriebenen Post-Filialen und 1.351 Post-Partnern sowie einen IT-Kooperationsvertrag mit der FinTech Group AG abschließen. Der IT-Kooperationsvertrag umfasst Bank-IT-Dienstleistungen der FinTech Group AG an die Joint-Venture-Gesellschaft über eine Laufzeit von zehn Jahren in einer Umsatzhöhe von mehr als 100 Millionen Euro.

Einige andere potenzielle Kooperationspartner wie beispielsweise die Volksbanken oder Santander hatten zuvor einer Kooperation eine Absage erteilt.

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