Slowakischer Güterwagenhersteller rettet deutschen Waggonbauer

Europas größter Hersteller von Güterwagen übernimmt die insolvente ostdeutsche Waggonbau Niesky. Damit sind 300 Jobs gesichert.

Der ostdeutsche Waggonbau Niesky (WBN) wird an den slowakischen Güterwagenhersteller Tatravagonka aus Poprad verkauft. Das bestätigte die zuständige Insolvenzverwalter-Kanzlei WallnerWeiß am Montag in Dresden. Zum Kaufpreis gab es zunächst keine Angaben.

"Wir haben einen der idealen Kandidaten gefunden. Damit sind die Arbeitsplätze von rund 300 Mitarbeitern gesichert", hieß es aus dem Unternehmen. Damit der Kauf vollzogen werden könne, fehle es aber noch an der kartellrechtlichen Zustimmung. Sie wird in den kommenden Wochen erwartet.

Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall hat der slowakische Schienenfahrzeughersteller dem WBN eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für fünf Jahre gegeben. "Die Arbeitsplätze wackeln nicht. Das Unternehmen ist gewillt, seinen neuen Standort vernünftig auszubauen", sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Für die umfangreiche Beschäftigungssicherheit verzichten die Beschäftigten von Niesky in diesem Jahr auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Sobald aber wieder ein Euro verdient werde, gehe das Geld an die Mitarbeiter.

Der WBN hatte Ende vergangenen Jahres wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Die Produktion lief indes weiter, es konnten sogar neue Aufträge abgeschlossen werden. Das Unternehmen Tatravagonka, das mehrheitlich dem Finanzinvestor Optifin Invest gehört, konstruiert und produziert Güterwagen und Drehgestelle. Es gilt als Europas größter Hersteller von Güterwagen mit Niederlassungen in Deutschland, Polen, Serbien und Indien. Der Nieskyer Waggonbau schaut auf eine über 100 Jahre alte Geschichte zurück. 1917 begann dort der Bau von Schienenfahrzeugen.

(APA/dpa)

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