Schwedischer Finanzriese EQT will Kapitaldecke stärken

Der schwedische Finanzinvestor EQT will mit einer dickeren Kapitaldecke größere Schlagkraft gewinnen und sich für einen Konjunkturabschwung wappnen.

"Wir suchen ständig nach Wegen, um EQT zukunftsfähig zu machen, und haben uns entschieden, Optionen zu einer weiteren Stärkung unserer Bilanz zu prüfen", erklärte EQT-Chef Thomas von Koch am Montag.

Einem Insider zufolge wäre eine davon ein Börsengang. Die Überlegungen seien aber noch in einem frühen Stadium. EQT wollte sich nicht näher dazu äußern. "Wir brauchen eine stärkere Bilanz, um das weltweite Wachstum von EQT zu unterfüttern und uns widerstandsfähiger für härtere Zeiten zu machen", begründete von Koch die Überlegungen.

Finanzinvestoren profitierten in den vergangenen Jahren von den niedrigen Zinsen, die es ihnen erlauben, den Gesellschaften in ihrem Portfolio einen hohen Schuldendienst aufzuerlegen. Bei steigenden Zinsen könnten viele von ihnen aber bei schlechterer Konjunktur schnell ins Wanken geraten. Die Eigentümer könnten dann von den Banken gezwungen werden, Kapital nachzuschießen. Der deutschsprachige Raum gehört zu den bevorzugten Regionen, in denen EQT nach Investments sucht. In Deutschland gehören den Schweden unter anderem der Hörgeräte-Hersteller Sivantos - eine ehemalige Siemens-Tochter - und eine Minderheitsbeteiligung am Prothesen-Produzenten Ottobock.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Beteiligungsfirmen wie KKR, Blackstone und Apollo den Sprung an die Börse gewagt und sich damit weniger abhängig von den Anlegern in ihren geschlossenen Fonds gemacht. In den 25 Jahren seines Bestehens hat EQT bei Investoren insgesamt 50 Milliarden Euro eingesammelt. Neben dem angestammten Geschäft mit großen Übernahmen hatte der Finanzinvestor zuletzt auch Fonds für Start-ups, mittelständische Unternehmen, für Immobilien-und Infrastruktur-Investments aufgelegt. Einer der Initiatoren von EQT war die schwedische Unternehmerfamilie Wallenberg. Deren Anlage-Vehikel Investor AB zeichnet immer noch rund zehn Prozent des Volumens an neuen EQT-Fonds.

 

(Reuters)

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