Gerät Skihersteller Atomic in chinesische Hände?

Der chinesische Konzern Anta hat Gefallen an der Atomic-Mutter Amer gefunden. Kommt es zu einem Milliardendeal, wird auch Atomic chinesisch. In Finnland sind Aktionäre schon ganz fiebrig.

Weltcup-Sieger Marcel Hirscher fährt Atomic
Weltcup-Sieger Marcel Hirscher fährt Atomic
Weltcup-Sieger Marcel Hirscher fährt Atomic – REUTERS

Marcel Hirscher fährt mit chinesischen Skiern - das ist durchaus vorstellbar. Derzeit ist Österreichs Weltcup-Seriensieger mit finnischen Skiern unterwegs. Wenngleich: Atomic bleibt Atomic. Und ob der Eigentümer des von Anton Rohrmoser 1955 gegründeten Salzburger Skiherstellers in Finnland sitzt oder in China, mag Hirscher völlig egal sein.

Anleger sehen die Sache nicht so entspannt, sondern vielmehr mit Freuden. Am Dienstag machte die Meldung die Runde, Anta Sports Products Limited prüfe ein Angebot für Amer Sports. Die Aktie des finnischen Unternehmens Amer, zu dem Atomic seit dem Konkurs vor mehr als 20 Jahren gehört, schoss daraufhin gleich um 14 Prozent in die Höhe. Amer ist nun 3,7 Milliarden Euro wert, so viel wie noch nie. Sollten die Chinesen tatsächlich ein Übernahmeangebot auf den Tisch legen, wird es bei 3,7 Milliarden Euro nicht bleiben.

Das erklärt das Fieber der Amer-Aktionäre - sie spitzen auf ein satte Prämie. Vorerst heißt es abwarten. Die Amer-Aktie wurde vom Handel ausgesetzt. Die Finnen erkärten anschließend, in keinen Verhandlungen sein, wohl aber habe man eine unverbindliche Interessensbekundung für ein Barangebot von einem Konsortium erhalten, dem Anta und der asiastische Finanzinvestor FountainVest Partners angehören. Das Konsortium will 90 Prozent der Amer-Anteile. Ein offizielles Angebot könnte in einigen Wochen folgen, sagte ein Insider.

Der finnische Sportartikelkonzern Amer hat unter seinem Dach Marken wie Atomic, Salomon und Wilson Tennisschläger. Im Vorjahr wurden bei Erlösen von knapp 2,7 Milliarden Euro nur 93 Millionen Euro verdient. Heuer werden 2,8 Milliarden Euro Umsatz und 156 Millionen Euro Gewinn erwartet.

Anta ist deutlich profitabler. Der 22.000 Mitarbeiter große Konzern aus China wird heuer von 2,2 auf 2,8 Milliarden Euro Umsatz wachen und den Gewinn von 405 auf 500 Millionen Euro steigern, so die Erwartung der Analysten. Eine Übernahme der Atomic-Mutter Amer wäre also leicht zu stemmen. An der Börse ist Anta 10,7 Milliarden Euro wert.

Anta hat schon lange ein Auge auf Amer Sports geworfen. Die Chinesen wollen verstärkt ins Ausland expandieren und suchen nach etablierten Marken. Die bekannteste Anta-Beteiligung ist die auf Tennisschuhe und -bekleidung spezialisierte Fila, die ihre Wurzeln in Italien hat. In China verkauft Anta Sportartikel unter der eigenen Marke.

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