ING-Finanzchef stolpert über Geldwäscheskandal

Der Finanzchef der niederländischen Großbank ING muss nach einem Geldwäscheskandal seinen Hut nehmen.

Finanzchef  Koos Timmermans werde noch solange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, teilte die niederländischen Großbank ING am Dienstag mit. Der 58-Jährige ist seit 2017 Finanzchef des Konzerns, davor hatte er Schlüsselpositionen im niederländischen Bankgeschäft der ING inne.

Die ING sei zu dem Schluss gekommen, dass jemand auf der Vorstandsebene die Konsequenzen für den Skandal tragen müsse, sagte Verwaltungsratschef Hans Wijers nach einem Aufschrei in der Öffentlichkeit.

ING hatte nach Ansicht von Ermittlern über Jahre niederländische Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche und Terror-Finanzierung verletzt. Das Institut zahlte deshalb in einem Vergleich 775 Millionen Euro. Gegen zehn Mitarbeiter seien bereits Disziplinarmaßnahmen ergriffen worden, erklärte das Geldhaus vergangene Woche. Damit wollte es ING eigentlich bewenden lassen.

Doch Politik und wichtige Interessengruppen forderten personelle Konsequenzen. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte brachte sein Missfallen zum Ausdruck. Finanzminister Wopke Hoekstra erklärte, der Vorfall habe das Vertrauen der Bürger in die Banken einmal mehr erschüttert. Er werde Manager und Aufseher zu den Verfehlungen befragen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ING nach massiver öffentlicher Kritik binnen weniger Tage eine Kehrtwende vollzieht. Im März strich das Geldhaus nach Protesten die geplante Gehaltserhöhung von 50 Prozent für Konzernchef Ralph Hamers. Wegen des Geldwäscheskandals soll der Vorstand für heuer keinen Bonus erhalten, wie ING bereits vergangene Woche mitgeteilt hatte.

(Reuters)

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