Do&Co braucht nach Großaufträgen 4000 neue Mitarbeiter

Das Wiener Cateringunternehmen Do&Co ist mit British Airways und Iberia ins Geschäft gekommen. In London und Madrid werden Großküchen errichtet.

Britische Gäste bei Do & Co
Britische Gäste bei Do & Co
Britische Gäste bei Do & Co – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der österreichische Airline-Caterer Do&Co hat zwei Großaufträge von British Airways und Iberia an Land gezogen und wird dafür sein Personal von derzeit rund 11.000 um knapp 4.000 Mitarbeiter aufstocken müssen. Das kündigte Do&Co-Chef Attila Dogudan am Dienstag im Gespräch mit der APA an.

Do&Co wird ab dem Frühjahr 2020 für zehn Jahre das Catering und Handling für alle British-Airways-Flüge ab London-Heathrow und für Iberia und Iberia Express ab Madrid übernehmen. "Das ist eines der größten Accounts, die es in Europa gibt. Wir reden insgesamt von rund 500 Flugzeugen, die beide Fluglinien betreiben", sagte Dogudan am Dienstag. Iberia und British Airways gehören zur in London börsenotierten International Airlines Group (IAG). Das "sehr kompetitive" Ausschreibungsverfahren habe knapp zwei Jahre gedauert, sagte Dogudan.

Do&Co werde jetzt in London und Madrid zwei neue Großküchen errichten und dort insgesamt knapp 4.000 zusätzliche Mitarbeiter beschäftigen, davon knapp 3.000 in London. Derzeit beschäftigt Do&Co rund 11.000 Leute.

"Wir sind derzeit schon in London, aber wir werden dort eine komplett neue Küche machen - eine der größten, wenn nicht die größte Küche Europas, mit rund 35.000 Quadratmetern. Die Küche in Madrid soll rund 15.000 Quadratmeter groß sein.

Darüber hinaus sei man derzeit in der Türkei in Verhandlungen um das dort bereits bestehende Geschäft fortzusetzen. "Wir sind in guten Gespräche und wir erwarten in den nächsten Wochen ein Ergebnis", sagte Dogudan. Andere Ausschreibungen in dieser Größenordnung gebe es derzeit in Europa nicht.

Der Trend der Airlines, auf kürzeren Flügen beim Essen zu sparen, macht dem Do&Co-Chef keine Sorgen. "Auf der Langstrecke ist das kein Trend, weil nach zehn Stunden muss man essen." Darüber hinaus würden Business Class und First Class immer mit einem guten Produkt serviciert. "Essen ist wahrscheinlich das günstigste Marketing-Instrument, das eine Fluglinie hat."

Natürlich habe sich auf der Kurzstrecke auf Grund des Preisdrucks das Service verändert. "Wir glauben aber, dass sich noch mehr verändern wird. Auf kurz oder lang werden Sie über Ihr Telefon ein, zwei Stunden vor Ihrem Abflug jenes Essen bestellen, das Sie gerne essen. Wir glauben, dass dieser nächste Schritt der Digitalisierung in der Fliegerei im Zusammenhang mit Service zu unserem Vorteil sein wird, denn dafür braucht man eine Kompetenz, die wir uns über Jahre aufgebaut haben."

 

RCB stuft Aktie zurück

Die Wertpapierexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihre Empfehlung für die Do & Co-Aktien von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Das Kursziel von 65,0 Euro wurde bestätigt. Wertpapierexperte Christian Bader erklärte in einem Kommentar, dass der Catering-Vertrag mit der Turkish Airlines weitergeführt würde und zu steigenden Erlösen führe. Zudem fliesen in die Schätzung neue Geschäfte in Europa in Höhe von 85 Mio. Euro ein.

Die Aktien des Cateringunternehmens verteuerten sich am Dienstag um weit über zehn Prozent. [Stand: 11.09.18/ 17:15]

 

 

 

(APA)

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