Chinesen wollen Atomic kaufen - Gespräche mit Aktionären bestätigt

Der österreichische Skihersteller Atomic gehört derzeit noch zum finnischen Amer-Konzern. Das könnte sich bald ändern.

Hirscher mit Atomic-Ski
Hirscher mit Atomic-Ski
Österreichs Skistar Marcel Hirscher mit Atomic-Rennsportdirektor Christian Höflehner – APA/BARBARA GINDL

Der finnische Sportartikelhersteller Amer, Mutterkonzern des Salzburger Skiherstellers Atomic, hat Gespräche mit dem chinesischen Atomic-Kaufinteressenten Anta bestätigt. Es habe "bestimmte Diskussionen" mit Vertretern von Anta gegeben, erklärte Amer. Vor einem Monat wurde bekannt, dass der chinesische Sportartikelkonzern mit dem Finanzinvestor FountainVest ein Kaufangebot für die Atomic-Mutter in Höhe von vier Milliarden Euro gemacht hat. Bedingung ist, dass mindestens 90 Prozent der Anteilseigner den Deal unterzeichnen. Bisher wurde noch keine Einigung erreicht. Die Börse Helsinki hatte auf eine Erklärung von Amer gedrängt.

"Standort hier ist unschlagbar"

In einer möglichen Übernahme durch Anta sieht der Chef der Skifirma Atomic mit Sitz in Altenmarkt im Pongau keine Gefahr für das Werk in Altenmarkt: "Unser Standort hier ist unschlagbar. Ich habe keine Befürchtungen, dass wir abwandern müssen", hatte Wolfgang Mayrhofer, als das Angebot bekannt wurde.

Die Salzburger Skifirma Atomic wurde 1955 vom Unternehmer Alois Rohrmoser gegründet und erfuhr vor allem in den 1970er-und 1980er-Jahren einen großen Aufschwung. 1981 war Atomic das erste Unternehmen aus dem Westen, das hinter dem Eisernen Vorhang – in Bulgarien – eine Fabrik eröffnete. Skilegenden wie Olga Pahl, Annemarie Moser oder Hermann Maier feierten auf der „roten Rennmaschine“ große Triumphe.

Konkurs im Jahr 1994

Die Hintergründe des wirtschaftlichen Zusammenbruchs sorgen bis heute für Spekulationen. Vor allem um die Rolle der Bawag ranken sich viele Gerüchte. Die Gläubigerbank hatte 1994 den Konkursantrag gestellt und dem Unternehmen sämtliche Kredite fällig gestellt. Danach hatte der finnische Amer-Konzern zugeschlagen. Genau im selben Jahr wurde Anta  gegründet, heute der größte Sportkonzern in China.

(Red./Bloomberg)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Chinesen wollen Atomic kaufen - Gespräche mit Aktionären bestätigt

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.