Wiener Bürokomplex "Icon" zu 70 Prozent vermietet

Signa bietet im "Icon" am Wiener Hauptbahnhof 79.000 Quadratmeter Office- und 5000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen. Bawag, Nestle, Merkur sind nur einige der künftigen Mieter.

The Icon Vienna
The Icon Vienna
The Icon Vienna – signa

Aus drei vormals riesigen Baugruben direkt am Wiener Hauptbahnhof ragen nun Bürotürme mit knapp 40 bis 90 Metern in die Höhe, "The Icon Vienna". Ausreichend Nachfrage nach diesen Flächen, in Summe 79.000 Quadratmeter für Büros und 5.000 Quadratmeter für Geschäfte, gibt es: "Per Jahresende sind über 70 Prozent vermietet", sagte Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber vor Journalisten.

Der größte Mieter ist die Bawag, die vor dem Jahreswechsel mit über 1400 Mitarbeitern dorthin übersiedelt. Ihr Büro dort haben (werden) unter anderem auch die Steuerkanzlei TPA, Nestle sowie Procter & Gamble. Als Lebensmittelhändler ist ein Merkur-Markt vor Ort, als "Gym" demnächst der Fitnessclub "John Harris".

Als Großvermieter dieser in modern-kühler Architektur errichteten Gebäude will sich Signa den Angaben zufolge auch darum bemühen, "Emotion" zu verkaufen. Denn die Unternehmen, die sich dort einmieten, haben neben guter Verkehrslage und flexiblen Grundrissen auch zunehmend die Mitarbeiterbindung im Fokus - die bis zu 5000 Arbeitnehmer, die in den drei Bürotürmen Platz finden, sollen sich dort wohlfühlen.

"Die Anforderung geht ganz stark über die Quadratmetermiete hinaus", meinte der Signa-Chef. "Das ist das Entscheidende beim Bürovermieten auch in Zukunft - wie bringe ich die Emotion mit." Mit - je nach Stockwerk - 16 bis 20 Euro pro Quadratmeter lägen die Preise im "Icon" ohnehin "deutlich unter den Büromieten im 1. Bezirk", der auch als recht attraktiv gilt.

Im "Rennen um talentierte Mitarbeiter" sei die Arbeitgeberattraktivität jedenfalls ein Schlüsselthema, betonte auch Franz Kühmayer vom Zukunftsinstitut bei der Präsentation des Trend Guide "From Implicit to Implementation. Räume der Arbeit neu gedacht".

Moderne Arbeitswelten sollen laut Stadlhuber Kreativität, Austausch und lebenslanges Lernen fördern. Das Büro der Zukunft müsse über gemischt genutzte Flächen zum Lernen, Entspannen, Konzentrieren, Brainstormen und Kommunizieren einladen. Ebenfalls wichtig seien eine gute Lage und ein attraktives Umfeld mit Gastronomie, Sportangeboten und Services. In den Büros finden sich auch zusehends Möbel oder weitere Einrichtungsgegenstände, die bisher eher in einem Wohnzimmer standen. "Vom fixen Arbeitsplatz kommst du emotionell nicht so schnell weg", stellte der Signa-Chef fest.

 

Co-Working im Kommen

Aber auch "Co-Working Spaces", also kurzfristig anmietbare Büroflächen, sind zunehmend ein Thema: "Die Mieter mieten derzeit noch ganz klassisch", räumte Stadlhuber ein, "aber sie wollen wissen, wer Co-Working Spaces anbietet." Im "Icon" seien knapp unter 10 Prozent der Büroflächen an die beiden Co-Working-Space-Anbieter Regus und Spaces vermietet. In London offeriere der dort größte Bürovermieter bereits 30 Prozent seiner Flächen mit diesem Konzept. "Das ist kein Start-up-Thema, die stärksten Nutzer sind Unternehmen in einer Größenordnung von plus/minus 1.000 Mitarbeitern", so der Signa-Chef. In Berlin vermiete Signa in diesem Bereich beispielsweise an den US-Internetriesen Amazon, der dort Raum für Kreative schaffen will.

Die vom Tiroler Unternehmer Rene Benko 1999 gegründete Signa-Gruppe ist mit einem Immobilienvermögen von über 14 Mrd. Euro und einem zusätzlichen Development-Volumen von rund 8 Mrd. Euro einer der größten Immobilieninvestoren in Europa.

(APA)

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