Rewe strebt bis Ende 2019 nachhaltige Obst- und Gemüseverpackungen an

Das vollständige Bio-Obst- und Gemüsesortiment bei Billa, Merkur, Adeg, Sutterlüty und Penny soll bis Ende des Jahres 2019 umweltfreundlich oder gar nicht verpackt sein. Ein Ideenwettbewerb soll dabei helfen.

Rewe strebt bis Ende 2019 "Plastikfreies" Obst und Gemüse an
Rewe strebt bis Ende 2019 "Plastikfreies" Obst und Gemüse an
Rewe strebt bis Ende 2019 "Plastikfreies" Obst und Gemüse an – Die Presse / Clemens Fabry

Die Rewe International AG will ihr vollständiges Bio-Obst- und Gemüsesortiment bis Ende des Jahres 2019 umweltfreundlich oder gar nicht verpackt wissen. Um das gewährleisten zu können, wurde bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien ein Ideenwettbewerb für Kunden und Start-up-Unternehmen präsentiert. Bis 2030 sollen schließlich alle rund 60 Lebensmittel-Eigenmarken nachhaltig verpackt sein.

"Wir wollen die Kunden nicht bevormunden und nicht mit erhobenem Zeigefinger vorgehen", sagte Marcel Haraszti, Vorstand von Rewe International. Um die Öffentlichkeit aktiv in den Prozess der Plastikreduktion einzubinden, habe man einen Kundenideenwettbewerb initiiert. Gesucht werden sowohl "kleine als auch große Lösungen" zur Reduktion von Plastikverpackungen. Aber auch generelle Ideen für das tägliche Plastiksparen beim Lebensmitteleinkauf sind gewünscht. Eine Jury, der auch Experten von Greenpeace angehören, entscheidet letztlich über die Gewinner. Als Hauptpreis winkt ein BMW i3. Bis 28. Februar 2019 ist es möglich, Ideen einzubringen. Für Start-up-Unternehmen wird ein gesonderter Wettbewerb durchgeführt.

Seit 2011 läuft bereits die Initiative "Raus aus Plastik" der Rewe-Group. Dadurch sind mit heutigem Stand rund 75 Prozent der "Ja! Natürlich" Bio Obst- und Gemüseprodukte nachhaltig verpackt. Rund 480.000 Kilogramm Plastik hätten mittlerweile eingespart werden können – davon 92.000 Kilogramm im Jahr 2017. Auch hätten die zu Rewe gehörenden Lebensmittelketten Billa, Merkur, Adeg, Sutterlüty und Penny durch die Umstellung auf Permanent- und Jute-Tragetaschen gemeinsam 31 Millionen Plastikäquivalente einsparen können. Darauf sei man "ganz besonders stolz", verlautete Haraszti. Als Alternative zu Kunststoffsackerln werden zudem ab sofort CO2-neutral hergestellte Mehrwegnetze aus Zellulose bei Billa, Merkur und ADEG zum Kauf angeboten.

Michael Jäger, Vorstand von Rewe International und zuständig für Penny International, erläuterte, dass der Anspruch sei, "nachhaltige Verpackungslösungen zu finden, die ökologisch sinnvoll, für alle unsere Kunden leistbar und für uns als Unternehmen wirtschaftlich vertretbar sind". Manche Verpackungen seien durchaus ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Im Falle von Himbeeren und Brokkoli würde etwa verhindert werden, dass diese bereits nach wenigen Stunden entsorgt werden müssten. Damit wäre der Umwelt - wenn auch verpackungsfrei - kein Dienst erwiesen, betonte Jäger. Auch böten Verpackungen Fläche, um für Kunden relevante und rechtlich verpflichtende Informationen wie Nährwertangaben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum auszuweisen.

Auf die Verpackungen für Fleisch- und Wurstprodukte angesprochen, sagte Tanja Dietrich-Hübner, Leiterin der Stabstelle Nachhaltigkeit, dass bisher keine brauchbare Alternative zu den Kunststoffverpackungen gefunden wurde. Fleisch- und Wurstware sei heikel, da besonders auf Hygiene geachtet werden müsse. "Wir haben uns alles angeschaut, was möglich ist", sagte sie und verwies in der Hoffnung auf gute Ideen auf den initiierten Ideenwettbewerb.

(APA)

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