Tesla liefert Model-3 in Österreich ab Februar aus

Rund 40.000 Euro wird das Einstiegsmodell des Model 3 von Tesla kosten. Es wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu haben sein. Zunächst kommt ein Fahrzeug um 58.300 Euro auf den Markt.

Tesla Model 3
Tesla Model 3
Tesla Model 3 – APA/HELMUT FOHRINGER

Der US-Elektroautobauer Tesla will im Februar 2019 mit der Auslieferung seines Modell 3 beginnen. Dabei handelt es sich um das kleinere, einfachere und preisgünstigere Auto der Marke von Elon Musk. Hierzulande wird das Fahrzeug ab 58.300 Euro inklusive Mehrwertsteuer zu haben sein, teilte Tesla am Mittwoch der APA mit. Versprochen wird eine Reichweite von bis zu 544 Kilometer.

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Von 0 auf 100 km/h soll es in 4,8 Sekunden gehen. Die Topgeschwindigkeit beim "Long Range AWD"-Modell liegt bei 233 Stundenkilometern. Beim "Model 3 Performance" - das um 69.100 Euro zu haben ist, liegt sie bei 250 km/h - die Reichweite sinkt aber etwas auf bis zu 530 Kilometer.

In den kommenden Wochen werde Tesla Reservierungsinhaber in Österreich dazu einladen, ihr Model 3 zu konfigurieren und ihre Bestellung zu bestätigen, sagte ein Tesla-Sprecher. Alle Reservierungsinhaber würden gebeten, die Konfiguration vor dem 1. Jänner vorzunehmen.

"Die europäischen Lieferungen beginnen voraussichtlich Anfang Februar 2019", so der Sprecher. Die Reihenfolge der Auslieferung richte sich nach Reservierungsdatum, Lieferort und Konfiguration der Optionen. "Wie bei den ersten Auslieferungen in den USA, werden auch die ersten europäischen Auslieferungen die Model-3-Langstrecken-Batterievariante sein."

Vorerst werden nur diese beiden Modelle ausgeliefert. Auch können vorerst nur diese Modelle vorbestellt werden. Sie haben eine gehobenere Ausstattung als das eigentliche Einstiegsmodell des Model 3 mit der Standardreichweite. Das Einstiegsmodell wird erst ab der zweiten Jahreshälfte 2019 verfügbar sein. Den Preis lässt der Konzern noch offen. In Österreich ist mit rund 40.000 Euro zu rechnen. Die Reichweite soll bei rund 350 Kilometer liegen.

Der Produktionsstart des Tesla-Hoffnungsträgermodells verlief äußerst holprig. Es brachte den Konzern an den Rand der Pleite. Die Firma habe "wie verrückt" Geld verloren - wären die Fertigungsprobleme nicht in sehr kurzer Zeit gelöst worden, so hätte dies das Aus bedeutet, sagte Firmengründer Musk erst kürzlich. Aber: "Tesla stand während des Anlaufs der Model-3-Produktion wirklich einer ernsthaften Todesgefahr gegenüber."

Das Model 3 ist das erste günstigere E-Auto von Tesla, mit dem das Unternehmen von Tech-Milliardär Musk von der Luxus-Nische in den Massenmarkt vordringen will. Tesla kämpfte jedoch monatelang mit massiven Anlaufproblemen bei der Produktion des Autos. Musks ambitionierte Fertigungsziele wurden mehrmals verschoben und letztlich nur mit enormem Kostenaufwand erreicht.

Inzwischen scheint es jedoch, als ob die riskante Wette aufgehe: Nach den von Musk als "Produktionshölle" bezeichneten Monaten der Model-3-Strapazen schaffte Tesla zuletzt den ersten Quartalsgewinn seit zwei Jahren. "Man sollte nie selbstgefällig werden, also müssen wir weiter hart arbeiten - aber ich denke, wir sind über dem Berg", sagte Musk Anfang November.

Die Reservierung eines Model 3 erfordert eine Anzahlung von 1.000 Euro. Alle 2018 eingegangenen Bestellungen werden voraussichtlich in der ersten Hälfte von 2019 ausgeliefert.

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Förderung für E-Autos auch 2019

Die Förderung beim Kauf von Elektroautos läuft mit Jahresende 2018 aus. Nun fordert der Bundesverband Elektromobilität Österreich eine Fortführung sowie weitere Maßnahmen, damit mehr Menschen E-Autos kaufen. Vom - mit dem Umweltministerium zuständigen - Verkehrsministerium heißt es dazu, dass die Fortführung der Förderung geplant sei. Details sollen noch vor Weihnachten kommen.

Gemäß dem noch von der vorigen rot-schwarzen Bundesregierung im November 2016 vorgestellten Aktionspaket E-Mobilität, getragen von Bund und Autoimporteuren, erhalten Betriebe und Private beim Neukauf eines Elektrofahrzeuges bis zu 4.000 Euro. Diese Maßnahme galt für die Jahre 2017 und 2018. "Diese Förderaktion ist erfolgreich und muss 2019 unbedingt fortgeführt und weiter ausgebaut werden. Auch eine steuerliche Befreiung kann eine wirksame Anschubförderung sein und die derzeit bestehenden Preisunterschiede teilweise ausgleichen. Das hat sich in Norwegen gezeigt," sagt Roland Ziegler, Sprecher BEÖ - Bundesverband Elektromobilität Österreich in einer Aussendung am Mittwoch. "Ein E-Auto darf nicht mehr kosten als ein vergleichbarer Benziner oder Dieselfahrzeug."

Derzeit sind rund 20.000 rein elektrisch betriebene E-Pkw auf Österreichs Straßen unterwegs. Der Anteil an Neuzulassungen ist mit 2,5 Prozent noch sehr gering und weit entfernt vom E-Mobilitäts-Vorzeigeland Norwegen, wo bereits jeder zweite neu zugelassene Pkw mit Strom fährt. Die norwegische Regierung setzt auf Anreize und Steuerentlastungen, etwa den Entfall der Umsatzsteuer beim Kauf eines E-Autos. Das sollte auch in Österreich so umgesetzt werden, fordert Ziegler. "Ohne eine deutliche Erhöhung des Anteils der E-Mobilität können die ambitionierten Klimaziele nicht erreicht werden."

Die führenden österreichischen Energieunternehmen haben in den vergangenen Jahren ein flächendeckendes, öffentliches und roamingfähiges Ladenetz für E-Fahrzeuge geschaffen. Nun sollte auch die private Ladeinfrastruktur ausgebaut werden, auch in Mehrparteienhäusern. Dazu seien Änderungen im Wohnrecht notwendig.

Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) vertritt elf Energieunternehmen in Österreich im Bereich Elektromobilität: Energie AG Oberösterreich Power Solutions GmbH, Energie Burgenland Wärme und Service GmbH, Energie Graz GmbH & Co KG, Energie Steiermark Kunden GmbH, EVN AG, Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, LINZ Strom GmbH, Salzburg AG/ElectroDrive Salzburg GmbH, Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW), Wien Energie GmbH.

 

(APA)

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