Huawei-Manager in Polen wegen Spionageverdacht verhaftet

Nach einer Razzia in dem Huawei-Büro in Warschau und in einer Wohnung wurde ein Chinese festgenommen. Auch ein ehemaliger führender polnischer Sicherheitsbeamter wurde verhaftet.

CHINA-ECONOMY-TELECOMMUNICATIONS
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APA/AFP/WANG ZHAO

Polnische Behörden haben den Verkaufsdirektor der Huawei-Niederlassung in Warschau festgenommen. Der Chinese steht im Verdacht, im Auftrag einer Spionageagentur Spionagetätigkeiten für China durchgeführt zu haben, berichtet das "Wall Street Journal".

Beamte der polnischen Staatssicherheit haben die Huawei-Büros durchsucht und Dokumente und elektronischen Daten mitgenommen. Ebenso wurde am Dienstag die Wohnung des Chinesen durchsucht, berichtet der staatsnahe Fernsehsender "Telewizja Polen". Der Name des Verhafteten wurde nicht bekanntgegeben. Es soll sich um einen Absolventen einer der Top-Akademien Chinas für Spionage handeln. Vor seiner Tätigkeit bei Huawei war der Mann im chinesischen Konsulat in Danzig beschäftigt.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurde auch ein ehemaliger führender Beamte der polnischen Sicherheitsagentur festgenommen. Der Mann, polnischer Staatsbürger wurde dem Bericht zufolge ebenfalls nicht namentlich genannt. Er soll Kenntnisse darüber haben, wie die Verschlüsselung der Kommunikation innerhalb von Polens Regierung läuft.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Die beiden Männer werden belastet, gegen die Republik Polen spioniert zu haben. Ihnen droht bis zu zehn Jahren Haft. Die Festgenommen beteuern ihre Unschuld. Huawei sei über die Situation informiert, sagte ein Unternehmenssprecher. Man warte weitere Informationen ab. Die polnischen Behörden bestätigten die Festnahme.

Diese erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem die USA ihre Untersuchungen gegen den chinesischen Technologiekonzern ausgeweitet haben. Westliche Geheimdienste unter Federführung der USA werfen Huawei und dem kleineren Anbieter ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen; sie haben den Verdacht, deren Ausrüstung oder Handys könnten Spionen dazu dienen, an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Die Firma weist die Vorwürfe als haltlos zurück.

Australien und Neuseeland haben Huawei inzwischen vom 5G-Mobilfunk-Ausbau ausgeschlossen. Auch andere westliche Staaten wie Norwegen prüfen, ob sie Huawei-Ausrüstung in ihren Telekomnetzen weiterhin erlauben sollten.

>>>Artikel im "Wall Street Journal"

(red./herbas)

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