Wo in Österreich sich Pendeln finanziell lohnt - und wo nicht

Zahlreiche Österreicher pendeln mit Auto oder Bahn zu ihrem Arbeitsplatz. Ein Konsumentenportal hat untersucht, wie viel Ersparnis das in verschiedenen Wohnorten bringt.

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Mit dem Auto zu pendeln ist nicht nur teurer, sondern dauert manchmal auch länger. Trotzdem wollen viele nicht darauf verzichten. – APA/dpa/unbekannt

Mehr als die Hälfte der Österreicher arbeitet nicht in ihrem Wohnort, 18 Prozent verbringen sogar mehrere Stunden täglich beim Pendeln. Aber zahlt es sich eigentlich auch finanziell aus? Um das herauzufinden, hat das Verbraucherportal CupoNation hat in einer Studie die durchschnittlichen Mietpreise von Wien, Salzburg und Graz mit mehreren umliegenden Orten verglichen, und diese um die Fahrtkosten für Auto beziehungsweise Bahn ergänzt. Die Betriebskosten der Autos wurden mit Hilfe des ÖAMTC-Service Auto-Info ermittelt. Als Grundlage der Berechnung wurde von einem VW Golf Diesel ausgegangen.

Die Ergebnisse: Rund 1130 Euro Miete muss man in Wien und Salzburg durchschnittlich für eine rund 80 Quadratmeter große Wohnung zahlen. Im Umland, zum Beispiel in Neusiedl am See, sind die Mieten bis zu 50 Prozent günstiger. Mit einem Arbeitsweg von 53,4 Kilometer kommen für den Neusiedler monatlich Kosten von 576 Euro für das Auto, beziehungsweise 130 € für die Bahn hinzu. Somit bleibt eine potentielle Ersparnis von 310 bis 450 Euro. In Wiener Neustadt bleibt nach Beachtung aller Kosten eine Ersparnis von 99 Euro für Autopendler, und 280 Euro für Bahnpendler. 

In Salzburg sieht es ähnlich aus. Bis zu 300 Euro können Pendler aus dem Umland hier sparen (siehe Grafik).

Mieten in Graz günstiger

Anders ist die Situation in der steirischen Landeshauptstadt: In Graz ist eine Wohnung mit rund 850 Euro deutlich billiger. Da die umliegenden Orte hier nicht signifikant günstiger sind, bleibt auch eine Kostenersparnis bei Pendlern aus. Autopendler zahlen bis auf eine Ausnahme, nämlich Deutschlandsberg, monatlich 40 bis 790 Euro monatlich drauf. Sparen können Pendler hier also nur, wenn sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Mit einer Monatskarte bei jährlicher Zahlung beträgt die Ersparnis hier immerhin durchschnittlich 200 Euro.

Auto nicht immer schneller als Öffis

„Als Grund für das Pendeln mit dem Auto geben 47 Proznet der Österreicher die Zeitersparnis an. Bei genauerer Betrachtung wird aber deutlich, dass Autofahrer oft mehr Zeit liegen lassen als Bahnpendler“, heißt es in der CupoNation-Studie. Von St. Pölten nach Wien sei man etwa mit der Bahn doppelt so schnell wie mit dem Auto. Auch von Neusiedl am See und Wiener Neustadt ist die Bahn schneller in Wien.

>>> Mehr Zahlen finden Sie hier

(sk)

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