Geld kann nun „sofort“ überwiesen werden

Seit Dienstag ist es möglich, Geschäfte noch schneller abzuwickeln. Überweisungen sind nämlich europaweit nun innerhalb von zehn Sekunden möglich. In Österreich bieten bisher allerdings nur wenige Banken dieses Service an.

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Wien. Seit Dienstag ist es Banken europaweit möglich, Sofortüberweisungen (Instant Payment) zu ermöglichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Überweisungen, die derzeit bis zu einem Bankgeschäftstag dauern können, ist bei einer Echtzeit-Zahlung der überwiesene Betrag innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers verfügbar. Das gilt nicht nur an Bankgeschäftstagen, sondern rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, also auch an Wochenenden und Feiertagen. Der Vorteil: Rechtsgeschäfte können damit viel schneller abgewickelt werden, weil die Zahlungsabwicklung in Windeseile erfolgt.

Damit nicht jedes Land beginnt, an eigenen Instant Payment-Lösungen zu basteln, haben sich die europäischen Finanzmarktteilnehmer schon vor Längerem für gemeinsame Standards bei Sofortüberweisungen eingesetzt. Der Europäische Zahlungsverkehrsrat hat deshalb für SEPA-Überweisungen (Anm.: SEPA – Single Euro Payments Area steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Derzeit nehmen 34 europäische Länder an der SEPA-Initiative teil.) ein eigenes Zahlungsverkehrsschema für Instant Payments entwickelt und im November 2016 veröffentlicht. Dieses Regelwerk trat gestern in Kraft und kann – muss aber nicht – von Banken eingesetzt werden.

Damit sich Instant-Banking rasch als Zahlungsform etabliert, müssen freilich möglichst alle Finanzdienstleister ihren Kunden die Möglichkeit dazu schaffen. In Österreich stellen aber derzeit nur die Erste Group, Erste Bank und die Sparkassen sowie österreichweit die Raiffeisenbanken dieses Service – eingeschränkt – zur Verfügung. Die Unicredit will es dieses Jahr vorerst nur in Deutschland und Italien einführen, „und arbeitet daran, es so schnell wie möglich auf alle Kernmärkte auszudehnen.“

 

Service noch eingeschränkt

Wer sein Konto also etwa bei der Erste Bank oder der Raiffeisen Bank Oberösterreich hat, kann sich auf sein Konto Geld schon in Echtzeit überweisen lassen. Er selbst kann derzeit aber noch nicht binnen Sekunden von seinem Konto Geld an einen Gläubiger transferieren. „In wenigen Wochen wird das aber auch möglich sein“, versichert Harald Wetzelsberger, Sprecher der RLB Oberösterreich. Er ist überzeugt, dass sich Instant Payment sehr rasch durchsetzen wird. Alleine heute, dem ersten möglichen Tag, sind um die 50 Echtzeit-Zahlungen auf Konten unserer Kunden eingelangt. Etwa haben einige Touristen aus Holland so ihre Winterurlaube angezahlt.“

Derzeit kostet das neue Service den Kunden (noch) nichts, zumal ihn keine österreichische Bank derzeit in voller Version zur Verfügung stellt. Die Erste Group hat etwa derzeit Instant Payment auf einen Maximalbetrag von 15.000 Euro beschränkt. Was das Service einmal ausgereift kosten soll, darauf will sich heute noch keine Bank festlegen. Gut möglich, dass es für Privatkunden überhaupt keine Zusatzkosten verursachen wird, da – so sind sich Finanzdienstleister sicher – Echtzeit-Überweisungen schon bald ohnehin der neue Standard sein werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2017)

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