Versteckte Preiserhöhung: Das sind die "Mogelpackungen des Jahres"

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Die Verbraucherzentrale Hamburg suchte nach der "Mogelpackung des Jahres 2017". Bis zum 22. Jänner haben mehr als 42.000 Internetnutzer abgestimmt, fünf Kandidaten befanden sich in der Vorauswahl.

Die Konsumentenschützer klagen über versteckte Preiserhöhungen durch Füllmengenreduzierung und fordern von der Politik eine Transparenzplattform. Denn: "Jedes Jahr gehen bei uns über 1.000 Beschwerden diesbezüglich ein. Leider tut sich wenig, um die Situation für Verbraucher zu verbessern"

Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Platz 5

8,6 Prozent der Stimmen

Bei gleichem Preis gibt es jetzt 25 Gramm weniger Erdnusslocken von The Lorenz Snack-World pro Packung. Das bedeutet: Die Erdnusslocken sind nun bis zu 12,5 Prozent teurer. Was die Konsumentenschützer ärgert: "Alte und neue Packungen sind nur mit Hilfe der kleingedruckten Mengenangaben auf der Rückseite voneinander zu unterscheiden." In einer Stellungnahme beruft sich Lorenz auf höhere Erdnusspreise.

Verbraucherzentrale Hamburg
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4. Platz

9,3 Prozent der Stimmen

Von einem "Füllmengenkarussell seit 2009" sprechen die Konsumentenschützer bei den Mars Minis von Mars Deutschland. Jährlich wurde die Füllmenge nach unten geschraubt - nur um 2017 wieder auf die alte Menge von 250 Gramm zurückzukehren, verbunden mit einer kräftigen Preiserhöhung. Der Hersteller Mars verweist auf „Preissteigerungen beispielsweise im Rohstoff-, Energie- und Logistikbereich“.

Verbraucherzentrale Hamburg
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3. Platz

17,6 Prozent der Stimmen

Mondelez hat bei seinem Milka Nussini Snack zusammen mit einem Produktrelaunch die Füllmenge von 37 auf 31,5 Gramm reduziert - bei gleichem Preis. Außerdem wurde die Menge der Zutat Haselnuss nach unten gesetzt. Waren es bei der alten Packung noch 14 Prozent, sind es nach dem Relaunch 9,5 Prozent.

Der Hersteller antwortet in einem Statement eher ausweichend: "Wir entwickeln unser Sortiment stetig weiter, um unseren Konsumenten Geschmackserlebnisse zu bieten."

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2. Platz

 27,9 Prozent der Stimmen

Bei den zuckerfreien Mentos Pure White Kaugummis hat der Hersteller die Anzahl der Dragees stark reduziert: Statt 50 Stück werden jetzt pro Plastikdose nur noch 35 Stück verkauft. "Bei gleichem Preis von 2,49 Euro ist das eine deftige versteckte Preiserhöhung von 43 Prozent bezogen auf die Stückzahl", rechnet die Verbraucherzentrale Hamburg vor. Beim Mentos verweist man auf die veränderte Rezeptur.

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1. Platz

36,5 Prozent der Stimmen

Der Inhalt des Müslis Vitalis schrumpfte mit dem Verweis auf eine "verbesserte Rezeptur" von 600 auf 500 Gramm bei gleichem Preis. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent. Das Urteil der Konsumentenschützer: "Dr. Oetker hat nicht nur die Reduzierung der Füllmenge raffiniert verborgen, sondern Verbrauchern auch noch einen höheren Zuckeranteil und weniger Vollkorn als verbesserte Rezeptur verkauft."

Klicken Sie weiter zu den Mogelpackungen des Vorjahres

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Mogelpackungen des Jahres 2016

7,2 Prozent der Stimmen

Mit 400 Gramm statt 530 Gramm weniger Inhalt pro Glas, beinahe unveränderter Rezeptur und unverändertem Preis hat es die Mirácoli Pasta Sauce auf die Mogelpackungsliste geschafft. Versteckte Preiserhöhung: bis zu 32,5 Prozent. Der Hersteller Mars begründete die kleinere Glasgröße in einer Stellungnahme übrigens damit, dass dies der Wunsch vieler Verbraucher sei.

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Mogelpackungen des Jahres 2016

9,3 Prozent der Stimmen

Die Milka-Weihnachtsmänner haben abgespeckt: Statt 210, 130 sowie 60 Gramm gab es sie nur noch mit 175, 100 sowie 50 Gramm zu kaufen. Die versteckten Preiserhöhungen beziffern die Konsumentenschützern zwischen drei und 20 Prozent. Hersteller Mondelez begründet die kleineren Größen mit dem neuen Design der Weihnachtsmänner. Außerdem werde der Inhalt auf der Verpackung klar und deutlich ausgewiesen.

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Mogelpackungen des Jahres 2016

10,1 Prozent der Stimmen

Still und heimlich wurde der Crunchips-Inhalt von 200 Gramm auf 175 Gramm reduziert. Obwohl alles andere (Aufmachung, Packungsgröße und freilich auch der Preis) unverändert blieb, bemerkten Kunden den Schwindel und beschwerten sich bei den Konsumentenschützern. Hersteller Lorenz Bahlsen Snack-World meint, die Konkurrenz sei „schuld“ an der Füllmengenreduzierung, schließlich hätten dort die Produkte immer schon 175 Gramm gewogen.

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Mogelpackungen des Jahres 2016

35,1 Prozent der Stimmen

"Das ist wirklich dreist": Zum Wiederholungstäter küren die Konsumentenschützer aus Hamburg den Lebensmittelkonzern Nestlé. Dieser hat nämlich in den  vergangenen Jahren dreimal die Füllmengen der Choco Crossies reduziert, 2016 schließlich von 160 Gramm auf 150 Gramm. Vor ein paar Jahren waren noch 200 Gramm enthalten. Begründung von Nestlé: "Die Rohstoffpreise für Kakaobutter und insbesondere Mandeln sind deutlich gestiegen". Das sei aber nur die halbe Wahrheit, kritisiert die Hamburger Verbraucherzentrale: "Vor sechs Jahren (2010) waren zumindest die Weltmarktpreise für Kakao genauso hoch."

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Mogelpackungen des Jahres 2016

38,1 Prozent der Stimmen

Das berühmte Mineralwasser von Evian wurde auf einem Schlag um fast 50 Prozent teurer. Während die Füllmenge von 1,5 auf 1,25 Liter schrumpfte erhöhten einige Händler zusätzlich auch noch die Preise. Die versteckte Preiserhöhung beträgt den Konsumentenschützern zufolge bis zu 47 Prozent. In der Flasche ist nach wie vor das gleiche Wasser aus der selben Quelle. Konsumenten werden laut Verbraucherzentrale Hamburg mit Begründungen wie "wir (wollen) der Quelle nicht mehr Mineralwasser entnehmen, als sie auf natürlichem Weg reproduzieren kann" abgespeist.

Verbraucherzentrale Hamburg
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Die Hamburger Verbraucherzentrale spürt bereits seit 2005 Mogelpackungen auf.

>>> Die gesamte Liste finden Sie hier

 

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