Neues Mobilfunknetz 5G soll Österreich technologisch aufpeppen

5G soll den Weg für neue Technologien ebnen. Die Auktion von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard findet aber nicht vor Februar 2019 statt.

REUTERS

Österreich hat den Weg für die Einführung des neuen ultraschnellen Mobilfunkstandards 5G geebnet. "Ab sofort können sich Interessierte für die kommende Auktion bewerben", sagte der Geschäftsführer der Telekom-Regulierungsbehörde (RTR), Johannes Gungl, am Mittwoch. Ziel der Anfang nächsten Jahres geplanten 5G-Auktion sei eine bessere Netzabdeckung ländlicher Gebiete in der Alpenrepublik sowie die Unterstützung von Firmen bei der Vernetzung von Autos oder Maschinen.

5G soll den Weg für neue Technologien ebnen - wie etwa autonomes Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0. Dafür wird ein Netz benötigt, das riesige Datenmengen in Echtzeit transportiert und die Vernetzung von Geräten ermöglicht. 5G-Netze bieten Datengeschwindigkeiten, die bis zu 100 Mal schneller sind als aktuelle 4G-Netze.

Bis Mitte November können von den Telekomunikationsfirmen Angebote abgegeben werden. Die erste Auktion für das Spektrum von 3,4 bis 3,8 Gigahertz (GHz) soll nun im Februar 2019 über die Bühne gehen, gut drei Monate später als bisher angekündigt.

 

Zwölf Regionen

Die Frequenzen werden in zwölf Regionen aufgeteilt, um auch kleinen regionalen Anbietern die Versorgung von Kunden in Randlagen zu ermöglichen, geht aus den Ausschreibungsunterlagen hervor. "Je nach zugeteilter Frequenzmenge und Region muss ein erfolgreicher Bieter bis zu 1000 Standorte versorgen. Rund ein Drittel davon bis Ende des Jahres 2020", sagte Gungl. Das Höchstspektrum, das in jeder Region vergeben werden kann, wurde mit 190 Megahertz (MHz) festgelegt. Für den zum mexikanischen Mobilfunkkonzern America Movil gehörenden Marktführer A1 Telekom Austria wurde das Maximum mit 160 MHz begrenzt. Die Nutzungsrechte werden bis Ende 2039 erteilt.

Anders als bei der letzten Versteigerung der 4G-Frequenzen (LTE) im Jahr 2013 sei das Mindestangebot mit 30 Millionen Euro viel niedriger angesetzt worden. Um das 5G-Netz funktionsfähig zu machen, müssen die Betreiber Tausende neue Antennen bauen. Die 4G-Versteigerung zählte mit gut zwei Milliarden Euro zu den teuersten Frequenz-Auktionen in Europa. Die Kosten wurden von den Mobilfunkbetreibern - neben der teilstaatlichen A1 Telekom Austria, die zur Deutschen Telekom zählende T-Mobile sowie der zu Hutchison gehörende Anbieter "Drei" - massiv kritisiert. Die A1 Telekom Austria bezahlte alleine rund eine Milliarde Euro. 

Die anstehende Versteigerung der Mobilfunklizenzen steht mit 50 Millionen Euro im Budget der Regierung, aus der Versteigerung weiterer Frequenzen ein Jahr später sollen weitere 350 Millionen Euro in den Staatshaushalt fließen.

(APA/Reuters)

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