Versteckte Preiserhöhung: Das sind die "Mogelpackungen des Jahres"

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Die Verbraucherzentrale Hamburg kürte die "Mogelpackung des Jahres 2018". Rund 40.000 Internetnutzer haben online abgestimmt, fünf Kandidaten befanden sich in der Vorauswahl.

Die Konsumentenschützer klagen über versteckte Preiserhöhungen durch Füllmengenreduzierung und fordern von der Politik eine Transparenzplattform. Außerdem fordern sie, die "Müllflut, die mit dem stetig schrumpfenden Inhalt der Verpackungen einhergeht, zu stoppen".

Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Platz 5

4,8 Prozent der Stimmen

Die Grafschafter Krautfabrik hat den "Original Grafschafter Apfelschmaus" nicht nur in knalligeren Farben verpackt. Neu ist auch die Packungsgröße: Ins neue Glas werden nur noch 320 statt wie bisher 450 Gramm Fruchtaufstrich abgefüllt. "Da das Produkt bei vielen Händlern zum gleichen Preis verkauft wird, entspricht die geringere Füllmenge einer versteckten Preiserhöhung von über 40 Prozent ", kritisieren die Konsumentenschützer. Der Hersteller begründet die Änderungen mit veränderten Marktbedingungen. Sprich: Die Käufer bevorzugen kleinere Packungsgrößen.

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Platz 4

8,7 Prozent der Stimmen

Zuerst waren es 170, dann 150 und jetzt 130 Gramm: Während der Preis für eine "Riesenrolle" Smarties nicht schrumpft, tut es die Füllmenge. Der Lebensmittelkonzern nennt die Vereinheitlichung von Produkten als Grund für den geringeren Inhalt. Die brachte auch eine Preissteigerung von rund 30 Prozent in vier Jahren mit sich.

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Platz 3

10,1 Prozent der Stimmen

Bei den Mini Babybel Käsekugeln sind nicht nur Laibe klein, sondern auch die Netze locker befüllt. Neuerdings sind nur noch fünf (100 Gramm) statt sechs Käsekugeln (120 Gramm) enthalten. Die Verbraucherschützer kritisieren eine versteckte Preiserhöhung von 20 Prozent, der Hersteller rechtfertigt sich damit, dass ein "Ohne Gentechnik"-Siegel zu höheren Produktionskosten geführt hat.

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Platz 2

17,6 Prozent der Stimmen

Auf den zweiten Platz hat es die Truthahnsalami Light 1 A geschafft, die im Diskonter Lidl unter der Eigenmarke Dulano angeboten wird. Hier kritisieren die Konsumentenschützer nicht die Füllmenge, sondern dass es sich um ein "vermentliches Light-Produkt" handelt. Denn tatsächlich enthält die Salami mehr Fett als die normale Truthahnsalami im Sortiment - dafür kostete sie aber 33 Prozent mehr. Eindeutig eine Mogelpackung.

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Platz 1

58,7 Prozent der Stimmen

Diese Mogelpackung ist heuer der unangefochtene Sieger: Mehr als die Hälfte stimmten online für die Chipsletten von Lorenz ab. Die Füllmenge wurde drastisch gesenkt: von 170 auf 100 Gramm. Manche Händler reduzierten den Preis leicht, andere bieten die Packung zum gleichen Preis an wie früher: Das ergibt 70 Prozent versteckte Preiserhöhung.

In einer Stellungnahme an die Konsumentenschützer schrieb Lorenz Snack-World, dass es "eine neue unverbindliche Preisempfehlung" für den Handel gäbe, nennt jedoch keine konkreten Zahlen.

Klicken Sie weiter du den Kandidaten 2017

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Platz 5 (2017)

8,6 Prozent der Stimmen

Bei gleichem Preis gibt es jetzt 25 Gramm weniger Erdnusslocken von The Lorenz Snack-World pro Packung. Das bedeutet: Die Erdnusslocken sind nun bis zu 12,5 Prozent teurer. Was die Konsumentenschützer ärgert: "Alte und neue Packungen sind nur mit Hilfe der kleingedruckten Mengenangaben auf der Rückseite voneinander zu unterscheiden." In einer Stellungnahme beruft sich Lorenz auf höhere Erdnusspreise.

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4. Platz (2017)

9,3 Prozent der Stimmen

Von einem "Füllmengenkarussell seit 2009" sprechen die Konsumentenschützer bei den Mars Minis von Mars Deutschland. Jährlich wurde die Füllmenge nach unten geschraubt - nur um 2017 wieder auf die alte Menge von 250 Gramm zurückzukehren, verbunden mit einer kräftigen Preiserhöhung. Der Hersteller Mars verweist auf „Preissteigerungen beispielsweise im Rohstoff-, Energie- und Logistikbereich“.

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3. Platz (2017)

17,6 Prozent der Stimmen

Mondelez hat bei seinem Milka Nussini Snack zusammen mit einem Produktrelaunch die Füllmenge von 37 auf 31,5 Gramm reduziert - bei gleichem Preis. Außerdem wurde die Menge der Zutat Haselnuss nach unten gesetzt. Waren es bei der alten Packung noch 14 Prozent, sind es nach dem Relaunch 9,5 Prozent.

Der Hersteller antwortet in einem Statement eher ausweichend: "Wir entwickeln unser Sortiment stetig weiter, um unseren Konsumenten Geschmackserlebnisse zu bieten."

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2. Platz (2017)

 27,9 Prozent der Stimmen

Bei den zuckerfreien Mentos Pure White Kaugummis hat der Hersteller die Anzahl der Dragees stark reduziert: Statt 50 Stück werden jetzt pro Plastikdose nur noch 35 Stück verkauft. "Bei gleichem Preis von 2,49 Euro ist das eine deftige versteckte Preiserhöhung von 43 Prozent bezogen auf die Stückzahl", rechnet die Verbraucherzentrale Hamburg vor. Beim Mentos verweist man auf die veränderte Rezeptur.

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1. Platz (2017)

36,5 Prozent der Stimmen

Der Inhalt des Müslis Vitalis schrumpfte mit dem Verweis auf eine "verbesserte Rezeptur" von 600 auf 500 Gramm bei gleichem Preis. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent. Das Urteil der Konsumentenschützer: "Dr. Oetker hat nicht nur die Reduzierung der Füllmenge raffiniert verborgen, sondern Verbrauchern auch noch einen höheren Zuckeranteil und weniger Vollkorn als verbesserte Rezeptur verkauft."

Klicken Sie weiter zu den Mogelpackungen des Vorjahres

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Die Hamburger Verbraucherzentrale spürt bereits seit 2005 Mogelpackungen auf.

>>> Die gesamte Liste finden Sie hier

 

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