Vor 25 Jahren: Ein Schnitt - und der ''Eiserne Vorhang'' fällt

breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Es war "der schönste Augenblick meiner politischen und diplomatischen Tätigkeit“. So beschrieb Österreichs Außenminister Alois Mock den Moment, als er am 27. Juni 1989 gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn zur Zange griff, um den Eisernen Vorhang zu durchtrennen. Fast eine halbe Stunde brauchten sie, um die Drähte zwischen Klingenbach und Sopron zu zerschneiden. Dann war der "symbolische Akt“ zur Beendigung der Teilung Europas geschafft.(c) REUTERS (� Nepszabadsag Nepszabadsag / R)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Ähnliches spielte sich an den Grenzen zwischen Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei sowie zwischen Österreich und jener ab. Medienwirksam wurde der Grenzzaun zerstört - und das, obwohl der Stacheldrahtzaun, der von der Ostsee bis zur Donau verlief, schon längst Risse bekommen hatte.(c) EPA (Laszlo Czika)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

„Um 8 Uhr heute Morgen haben ungarische Grenzsoldaten mit großen Drahtscheren die ersten Löcher in den Eisernen Vorhang geschnitten“, hatte das „Deutschlandradio“ schon am 2. Mai 1989 vermeldet.(c) REUTERS (� Laszlo Balogh / Reuters)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

44 Jahre war es an jenem 2. Mai her, dass Europa in zwei Teile geteilt wurde - getrennt durch elektrische Sperren, Minen und einen 573 Kilometer langen Stacheldrahtzaun. Nun wurden an vier Stellen Lücken in den 573 Kilometer langen Stacheldrahtzaun geschlagen. Ungarn, einst Symbol der kommunistischen Unterdrückung, wurde damit zum Vorreiter.(c) REUTERS (� Laszlo Balogh / Reuters)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Fortan wurden Tag für Tag an die 600 Meter Stacheldraht abgebaut. „Bau ab und nimm mit", lautet das Credo der Arbeiter und Soldaten - die am 27. Juni prominente Unterstützung von Mock und Horn bekommen sollten.(c) REUTERS (� Laszlo Balogh / Reuters)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Das (inszenierte) Bild der beiden Minister ging um die Welt - und gilt noch heute als Symbol für das Ende des „Kalten Krieges“. Zugleich löste es eine Fluchtwelle aus. Hunderte DDR-Bürger flohen über die nunmehr grüne Grenze von Ungarn nach Österreich und weiter in die Bundesrepublik Deutschland.(c) REUTERS (� Reuters Photographer / Reuter)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Im August kam es im ungarischen Sopron zu einem „paneuropäischen Picknick“: Rund 15.000 Menschen bauten dort gemeinsam die letzten Stücke des Eisernen Vorhangs ab. Wieder gelang hunderten DDR-Bürgern die (nach wie vor verbotene) Flucht.(c) EPA (TAMAS KOVACS)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Dass Ungarn das erste kommunistische Land war, an dessen Grenze der „Eiserne Vorhang" fiel, kam nicht von ungefähr. Zwar war der Staat seit der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes 1956 durch sowjetische Truppen besetzt, doch der Chef der Kommunistischen Partei, János Kádar (Bild), verstand es, kleine Freiheiten für seine Bürger durchzusetzen, auch ein leichter Tourismus kam auf.(c) Reuters (� Reuters Photographer / Reuter)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Doch der vergleichsweise hohe Lebensstandard hatte seinen Preis: Da sich das Regime über westliche Kredite finanzierte, stiegen die Staatsschulden drastisch an. Die Folge: Im Mai 1988 wurde Kádár abgesetzt und durch Regierungschef Karoly Grosz ersetzt. Bald darauf wurde dieser von Miklos Nemeth abgelöst.

(Bild: Deutschlands Kanzlerin Angelika Merkel und Miklos Nemeth, 2009)EPA
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Nemeths Kabinett verabschiedete rasch grundlegende Reformen bezüglich des Versammlungs- und Streikrechts, der Wirtschaftsgesellschaften und des Wahlrechts – und schmiedete Pläne zur Aufhebung der Grenzsperren in Richtung Österreich. Denn der Stacheldrahtzaun war nicht nur unnötig geworden (seit Jahresbeginn 1988 durften die Ungarn wieder reisen), die Instandhaltung der Grenzanlagen kostete den Ungarn fast eine Million Dollar pro Jahr.(c) REUTERS (� Reuters Photographer / Reuter)
breadcrumbs-arrow-small
breadcrumbs-arrow-small

Am 11. September wurde aus der Theorie schließlich Praxis: Ungarn öffnete offiziell die Tore an der Westgrenze. Zwei Monate später fiel die „Berliner Mauer“ – und das Ende der DDR bzw. der Teilung Europas war endgültig besiegelt.EPA