Volkssturm: Kinder und Großväter als Hitlers Kanonenfutter

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"Unsere verfluchten Feinde werden es feststellen und einsehen müssen, dass ein Einbruch in Deutschland, selbst wenn er irgendwo gelänge, für den Angreifer Opfer kostet, die für ihn dem nationalen Selbstmord gleichkommen." Als SS-Führer Heinrich Himmler im Herbst 1944 nach wie vor den "Endsieg" propagiert, ist der Zweite Weltkrieg für das NS-Regime längst verloren. Die Fronten sind zusammengebrochen, die Alliierten stehen an den Grenzen, Bombenangriffe legen Städte in Schutt und Asche.(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Adolf Hitler schickt zu diesem Zeitpunkt sein letztes Aufgebot in den Kampf. Am 25. September 1944 befiehlt er die Bildung des "Volkssturms". "Nach fünfjährigen, schwersten Kampf steht infolge des Versagens aller unserer europäischen Verbündeten der Feind an einigen Fronten in der Nähe oder an den deutschen Grenzen", heißt es in dem Erlass. "Zur Verstärkung der aktiven Kräfte unserer Wehrmacht und insbesondere zur Führung eines unerbittlichen Kampfes überall dort, wo der Feind den deutschen Boden betreten will, rufe ich daher alle waffenfähigen deutschen Männer zum Kampfeinsatz auf."(c) Bundesarchiv
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Einberufen werden sollen alle "waffenfähigen" Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren, unter ihnen auch viele Soldaten, die zuvor verwundet von der Front zurückgekommen waren.(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Hitlers Erlass wird am 18. Oktober offiziell verkündet. Himmler lässt in Ostpreußen erste Einheiten aufmarschieren und fordert: "Jeder Häuserblock einer Stadt, jedes Dorf, jedes Gehöft, jeder Graben, jeder Busch wird von Männern, Knaben und Greisen, und wenn es sein muss, von Frauen und Mädchen verteidigt".(c) Bundesarchiv
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Die Männer und Buben werden notdürftig bewaffnet, vor allem mit Gewehren und Panzerfäusten. In Schnellkursen lernen sie mehr schlecht als recht den Umgang mit den Waffen.(c) Bundesarchiv (Falkowski)
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Die Armbinde mit der Aufschrift "Deutscher Volkssturm" wird meist über Zivilkleidung getragen. Den heranrückenden Soldaten der Alliierten haben die Männer aber kaum etwas entgegenzusetzen.(c) Bundesarchiv (Schwahn)
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Am 8. Mai 1945 kapituliert die Wehrmacht. Wie viele Menschen bis dahin tatsächlich im Volkssturm eingesetzt worden sind, ist bis heute nicht geklärt. Allein zur Verteidigung Berlins sollen es 90.000 Mann gewesen sein. 175.000 Mitglieder des Volkssturms wurden nach Kriegsende als vermisst gemeldet.(c) Bundesarchiv