KZ-Gedenken: Immer weniger Schüler besuchen Mauthausen

Trotz eines Versprechens der Regierung besuchen immer weniger Schüler die Gedenkstätte Mauthausen.

(c) APA/RUBRA (RUBRA)

Wien. Kurz vor der großen internationalen Feier anlässlich der Befreiung des KZs Mauthausen am morgigen Sonntag (71. Jahrestag) wurden jetzt Besucherzahlen bekannt: Diese belegen ein sinkendes Interesse von Schulen.

Laut dem neuen Mauthausen-Jahresbericht besuchen nämlich immer weniger Schüler und Schülerinnen die Gedenkstätte: Waren es 2008 noch 60.428 (inländische) Schüler, so kamen 2015 nur mehr 46.402.

Ein deutlicher Rückgang, der besonders die Grünen empört. Sie werden am Dienstag eine parlamentarische Anfrage einbringen, worauf dieser Schwund zurückzuführen ist, und rasche Maßnahmen fordern.

Interessant ist die Vorgeschichte. Nach rechtsextremen Störaktionen in Ebensee kündigten 2009 Ex-Bundeskanzler Werner Faymann und die damalige Bildungsministerin Claudia Schmied einen Maßnahmenkatalog für mehr politische Bildung an.
Unter anderem sollten die Schüler bessere Möglichkeiten bekommen, das KZ zu besuchen und damit vor Ort Erfahrungen zu sammeln.

„Geschehen ist nichts“, empört sich der grüne Bildungssprecher, Harald Walser. Viele Schulklassen würden auch aus finanziellen Gründen und aufgrund der ungünstigen Schließtage in Mauthausen von Besuchen Abstand nehmen. (g.b.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2016)

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