Wiener Eislaufverein: 150 Jahre Eiszeit in Bildern

"Die Eislaufsportsmen sind geradezu untröstlich", schrieb die Wiener Tagespresse am 6. Dezember 1867. "Beim neugegründeten Wiener Eislauf-Verein wäre alles so schön hergerichtet: [...] am Tummelplatze [...] weht der riesige Flaggenmaast [...], die Garderobenzelte sind schon aufgestellt: kurz alles wäre fertig, nur eine Kleinigkeit fehlt noch: Das Eis."

Holzstich des Eislaufplatzes in der Gegend des heutigen Bahnhof Wien Mitte (um 1875). Im Vordergrund Pferde-Tramways auf der Landstraßer Hauptstraße, im Hintergrund das Hauptzollamt.

(c) Böhlau Verlag

Es war einfach zu warm an diesen Dezembertagen vor 150 Jahren, als der Wiener Eislaufverein seinen Eislaufplatz eröffnen wollte. Erst am Stephanitag war es kalt genug für den ersten "Schleiftag" ("Schleifen" ist ein alter Ausdruck für Eislaufen) in der Vereinsgeschichte.

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Nur wenige Wochen nach der Eröffnung gelang es mit der Verpflichtung des US-amerikanischen Ballettmeisters und Eistänzers Jackson Haines für einen Schaulaufauftritt ein Coup, der den Eiskunstlaufsport bis in die Gegenwart prägen sollte. Auch Kaiser Joseph I. wohnte in einer Ehrenloge der Veranstaltung bei. Aufgrund des großen Erfolges absolvierte Haines fünf weitere Auftritte.

Die Ankündigung der Vorstellung "des Herrn Jackon Haines", 1868.

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Die Ankündigung einer Schaulaufveranstaltung mit Jung-Star Franz Belazzi, 1879.

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Gegründet wurde der WEV zwar von einer Gruppe Männern aus großbürgerlichen und aristokratischen Kreisen. Das Schleifen etablierte sich dank des WEV (und leistbarer Eintrittspreise) aber zu einem Breitensport. Boxen und Fußball galten als Sportarten der niederen, Tennis und Golf als Sportarten der höheren Schichten.

Das erste weibliche Eishockeyteam Wiens, 1930/31.

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Das Eislaufen aber, so beschrieb es der damals bekannte Wiener Sportler Otto Herschmann 1904, sei der „einzige egalitäre Sport“, der alle Gesellschaftsschichten vereinen würde.

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Rundtanzkreis im Wiener Eislaufverein, 1917.

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Die berühmteste Gehschule Wiens, 1930.

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1936 kostete der Eintritt 1,30 Schilling, für Schüler gab es Ermäßigungen.

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"Wunderkind" Eva Pawlik beherrschte in den 1930er Jahren bereits als Vierjährige schnelle Pirouetten und den "Axel" in einfacher Ausführung.

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In der Nachkriegszeit fanden in den warmen Monaten nicht nur zahlreiche Boxkämpfe, sondern auch die beliebten Ringkämpfe auf dem Areal des Wiener Eislaufvereins statt.

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Die Eröffnung des Wiener Eisballs im Jahr 2013.

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Mit der Umgestaltung des Heumarkt-Areals dürfte der Eislaufverein aber ein komplett neues Erscheinungsbild erhalten.

Das Buch "150 Jahre Eiszeit. Die große Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins" ist im Böhlau Verlag (29,90 Euro) erschienen.

(c) APA (WertInvest)
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