Heute vor 100 Jahren: Der Merkur ist mit freiem Auge sichtbar

Eine Anleitung, wie man den Planeten am besten erspäht.

Neue Freie Presse am 21. März 1919

Da Merkur unter den großen Planeten der nächste zur Sonne ist, so kann er mit freiem Auge nur dann gesehen werden, wenn er von der Erde aus beobachtet, seinen größten Winkelabstand von der Sonne erreicht. Die leichte Sichtbarkeit wird aber wesentlich dadurch gefördert, wenn er sich um diese Zeit in seiner Sonnennähe befindet, da er dann von der Sonne viel stärker beleuchtet wird, und ferner ist es wichtig, daß die Linie Sonne-Merkur recht steil vom Horizont in die Höhe steigt.

Alle diese günstigen Momente treffen in den nächsten Tagen ein, und wenn der Himmel in der Zeit vom 21. Bis 27. d. rein ist, so wird man Merkur von einem Aussichtspunkte ziemlich leicht auffinden. Man schlage folgenden Vorgang ein: Das helle Gestirn, das schon in der Dämmerung am Abendhimmel sichtbar wird, ist der Planet Venus. Von diesem ziehe man eine Linie senkrecht zum Horizonte hinunter. Von dem Fußpunkte A dieser Senkrechten sodann eine halb so lange Linie rechts längs des Horizonts bis zum Punkte B. Merkur ist sodann auf der Linie Venus-B zu suchen. Er ist etwa 10 bis 13 Grad von Venus entfernt.

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Lesen Sie mehr zum Thema
Meistgekauft
    Meistgelesen