Heute vor 100 Jahren: “Der Vogelhändler” in New York verboten

Soldaten und Matrosen protestierten gegen die Aufführung der Operette.

Neue Freie Presse am 25. März 1919

Wie der “Newyork Herald” meldet, hatte eine Theatergesellschaft beabsichtigt, in einem Newyorker Theater die Zellersche Operette “Der Vogelhändler” aufzuführen. Der Bürgermeister von Newyork entzog jedoch der Gesellschaft die Spiellizenz, da er Kundgebungen der Soldaten und Matrosen befürchtete, die jeden Versuch einer derartigen Aufführung zu verhindern drohten.Trotz der Verlautbarung des Verbotes zogen einige hundert Soldaten und Matrosen in geschlossenem Zuge vor das Theatergebäude, wo ihnen Organe der Zivil- und Militärpolizei entgegentraten und sie durch die Versicherung beruhigten, daß die Vorstellung endgültig abgesagt sei. Die Polizei besetzte alle Zugänge zum Theater und verhinderte jede Ruhestörung. Die Newyorker Presse erklärt diesen Vorfall dahin, daß das amerikanische Publikum die Aufführung einer Operette in deutscher Sprache nicht zulassen wolle.

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