Heute vor 100 Jahren: Die Raucherkarten-Premiere

Die Verkäuferin hat ihren Menschenhaß beiseite getan und bedient (o, süßes, altmodisches Wort), die Stammkunden wie einst.

Neue Freie Presse am 19. Juni 1918

An dem heutigen Tage ist mancher ungläubige Thomas, der schon an aller irdischen Nikotingerechtigkeit verzweifelte, darüber belehrt worden, daß doch noch Wunder geschehen: in den Tabaktrafiken bekommt man seit heute wieder Zigarren und Zigaretten. Die Fassung ist nicht mehr unbestimmt und nicht verschoben, daß “Gar nichts Rauchbares!” gilt nicht mehr, Anstellen ist nicht mehr zwecklos und nicht einmal mehr nötig. Man braucht nur eingetragen und legitimiert zu sein und bekommt seine Wochenmenge. Das ist nämlich das zweite Wunder: die Raucherkarte ist einmal ein Bezugsdokument, auf das man wirklich etwas erhält, und zwar tatsächlich die Menge, die man bekommen soll und die einem gebührt, anstandslos, ohne Liebenswürdigkeit, ohne Aerger, ohne Kniffe und Listen. (...)

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