Heute vor 150 Jahren: Der Tod des belgischen Kronprinzen

Das belgische Königshaus kämpft gegen familiäre Tragödien. Für den Fall eines fehlenden Thronfolgers hat die Verfassung für nahezu alle Fälle eine Lösung.

Die Presse am 23. Jänner 1869

Über dem belgischen Königshause waltet ein unerbittlich hartes Schicksal. Leopold I., der Gründer der Dynastie, stieg mit der quälenden Gewißheit ins Grab, daß der mexicanische Kaiserthron, den seine geliebte Tochter bestiegen, unter dem nächsten Sturme zusammenbrechen werde. Sein Sohn und Nachfolger mußte im Anfange seiner Regierung diese schwere Katastrophe und das tragische Leiden seiner Schwester Charlotte erleben. Vor anderhalten Jahren erkrankte sein einziger Sohn, Kronprinz Leopold, und siechte langsam dem Tode entgegen, der heute Morgens eingetroffen ist; ein Schlag, den man weit über die Grenzen des kleinen constitutionellen Mustergebietes hinaus empfinden wird. Belgien, der Benjamin der euorpäischen Staaten, wird von der öffentlichen Meinung aller liberalen Lande mit einer Aengstlichkeit behütet und bemutter, die sich nicht blos gegen wirtliche, sondern auch alle nur erdenklichen eingebildeten Gefahren jahraus jahrein allarmiren läßt.

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