Heute vor 90 Jahren: Furchtbarer Theaterbrand in Madrid

Durch Kurzschluß während einer vollbesetzten Sonntagsvorstellung ausgebrochen. - Meldungen über viele hundert Tote.

Neue Freie Presse am 24. September 1928

Die Erinnerung an die schrecklichen Bilder vom Wiener Ringtheaterbrand wird wachgerufen. In Madrid hat sich eine grauenhafte Brandkatastrophe zugetragen, von einer Minute zur anderen stand der Riesenraum des größten Theaters der spanischen Hauptstadt in Flammen gehüllt und mit Schaudern liest man die Nachrichten von den Szenen, die sich abspielten, mit Entsetzen hört man vor allem die Mitteilung, daß die Zahl der toten noch gar nicht abzusehen ist, daß noch viele Leichen unter den Trümmern des gänzlich zusammengebrochenen Gebäudes liegen, und daß die Befürchtung gerechtfertigt erscheint, es könnten mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen sein. Das Haus faßte rund dreitausend Zuschauer und die Vorstellung am gestrigen Sonntagnachmittag war ausverkauft. Sie ging eben ihrem Ende zu, als durch einen Kurzschluß plötzlich vollkommene Finsternis eintrat und zugleich, nach dem Schilderungen, die uns vorliegen, eine mächtige Stichflamme von der Bühne aus in den Zuschauerraum drang. Die Menschenmasse, die sich rasch auf der Straße ansammelte, bekam die Schreckensrufe zu hören, ohne helfen zu können, und genau so wie an dem Unglückstag des 8. Dezember 1881 in Wien, sollen Dutzende von Menschen von den Galerien ins Parterre gestürzt und wieder andere im Gedränge derjenigen, die sich über die Stiegen retten wollten, umgekommen sein. (...)

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