Heute vor ... im August: Mit einem Tonfilm-Auto durch Venedig

So wurde die Lagunenstadt noch nie gefilmt – am Floß, mit Tauben und Maharadschas!

Neue Freie Presse am 31. August 1929

Venedig im Film – das wäre nichts Neues, denn es ist womöglich noch öfter gefilmt worden als der Eiffelturm in Paris. Aber Venedig im Tonfilm ist neu, und es war die höchste Zeit, daß man diese Aufnahme gemacht hat, denn bald wird es vom alten, tönenden Venedig nichts mehr geben. Nicht als würde Venedig täglich stiller werden, im Gegenteil. An Stelle der Gondeln treten Motorboote, und der Lärm des Fremdenverkehrs vermag das Gurren der Tauben auf dem Markusplatz zu überschreien. Deshalb war es eben höchste Zeit, die Tonfilmaufnahmen jetzt schon vorzunehmen.

Man bediente sich bei den Aufnahmen einer für Venedig nicht gerade praktischen Vorrichtung. Die Aufnahmeapparate waren nämlich auf ein Auto montiert, und Automobile sind bekanntlich für Wasserstraßen nicht die gegebenen Fahrzeuge. Auf Flößen mußte das Tonfilmauto durch die Kanäle Venedigs gezogen werden, und nur mit großer Mühe schob man es an verschiedenen Stellen an Land.

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