Vorarlberg, Mai 1919: Als es fast zum "Gsixit" kam

Vor 100 Jahren stimmten 81 Prozent der Vorarlberger einem Wechsel vom chaotischen, scheinbar hoffnungslosen Deutschösterreich zur reichen Schweiz zu. Daraus wurde nichts, was bis heute für gewissen Spott in Restösterreich sorgt. Dass man dort halt den Anschluss ans Deutsche Reich suchte, wird gern übersehen oder verdrängt.

Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung in Bern, unter Verwendung des Briefkopfs der Vereinigung Pro Vorarlberg, 1919. Redner war Gonzague de Reynold, Befürworter eines Beitritts von Vorarlberg.
Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung in Bern, unter Verwendung des Briefkopfs der Vereinigung Pro Vorarlberg, 1919. Redner war Gonzague de Reynold, Befürworter eines Beitritts von Vorarlberg.
Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung in Bern, unter Verwendung des Briefkopfs der Vereinigung Pro Vorarlberg, 1919. Redner war Gonzague de Reynold, Befürworter eines Beitritts von Vorarlberg. – Schweizerische Nationalbibliothek

Es war 1798, da hatten die Schweizer schon einmal die Chance: Damals schloss ein Emissär der gerade frisch gegründeten Helvetischen Republik, des so instabilen wie kurzlebigen französischen Vasallenstaates (1798 bis 1803), mit Frankreich einen Allianzvertrag, der einen geheimen Zusatz enthielt: Mehrere Gebiete sollten mit Hilfe der Franzosen an „Helvetien" fallen. Darunter Vorarlberg, das kleine österreichische Ländchen am Bodensee und östlich des Rheins, der dort Alpenrhein heißt.

Es gehe um die „Abrundung der Schweizer Grenze nach Osten", hieß es, und der so legendäre wie listige Außenminister Frankreichs, Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838), betonte das Interesse seines revolutionären Landes daran, „aus wirtschaftlichen, geografischen und militärischen Gründen".

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